Lizenzgebühren

Microsoft verdient an Google-Handys von HTC mit

28.04.2010
Microsoft verdient künftig an Mobiltelefonen mit dem von Google initiierten Open-Source-Betriebssystem Android mit.
HTC baut auch das "Google-Handy" Nexus One mit Android-Betriebssystem.
HTC baut auch das "Google-Handy" Nexus One mit Android-Betriebssystem.

Der Gerätehersteller HTC zahlt dem Softwarekonzern für jedes Handy mit dem quelloffenen Programm eine Lizenzgebühr. Das teilten die Unternehmen am Dienstag in Redmond (US-Staat Washington) mit, ohne auf die Höhe der Zahlungen einzugehen. Microsoft sieht durch das Android-Betriebssystem seine Patente verletzt. HTC darf die Technologien nun einsetzen. Das Unternehmen ist der wichtigste Hersteller von Android-Geräten.

Microsoft behauptete außerdem am Dienstag erstmals öffentlich, dass Android einige seiner Patente verletze. Man rede mit mehreren Herstellern darüber, Lizenzvereinbarungen für das Betriebssystem abzuschließen, sagte Manager Horacio Gutierrez dem Branchendienst "Cnet". Der Windows-Hersteller ist selbst mit dem Verkauf von Betriebssystemen im Mobilfunkmarkt aktiv.

Microsoft und HTC arbeiten seit längerer Zeit zusammen. Der taiwanische Hersteller hat ein breites Portfolio von Geräten mit Microsofts Betriebssystemen. "Die heutige Vereinbarung ist ein Beispiel, wie führende Unternehmen Abkommen erreichen können, die geistiges Eigentum berücksichtigen", sagte Gutierrez laut Mitteilung.

Im Mobilfunk-Markt herrscht ein intensiver Wettbewerb. Vor allem das als sehr profitable geltende Segment der Multimedia-Handys - Smartphones - ist umkämpft. Microsoft ist vor allem als Software-Anbieter aktiv. Der Marktanteil des Betriebssystems Windows Mobile ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen, während Android und das iPhone zulegten. Marktführer ist nach wie vor Nokia.

Die Rivalität spiegelt sich in zahlreichen Patentklagen wider. So beschuldigte Apple im März HTC, sein geistiges Eigentum zu verletzen. Der iPhone-Hersteller hat zudem Nokia verklagt. Der Marktführer wirft wiederum einer ganzen Reihe von Herstellern Patentrechtsverletzungen vor, darunter Apple. (dpa/tc)