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Microsoft und Siebel wollen enger zusammenarbeiten

17.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Analysten erwarten auf der Anwenderkonferenz des CRM-Anbieters Siebel Systems die Bekanntgabe eines weit gehenden Kooperationsabkommens mit dem Softwarehersteller Microsoft. Credit Suisse First Boston rechnet damit, dass die beiden Unternehmen gemeinsam Software entwickeln werden. Außerdem soll sich Microsoft finanziell an Siebel beteiligen. Ein Investment hätte aber wohl eher symbolischen Wert. Trotz schlechten Umsatzes steht Siebel finanziell sehr gut da und verfügt über Barmittel in Höhe von zwei Milliarden Dollar. Eine Geldspritze braucht die Firma nicht.

An der US-Börse spekulieren Anleger schon seit längerem darüber, dass Microsoft seine Akquisitionen im ERP-Bereich fortsetzen könnte. Siebel gilt dabei als potenzieller Übernahmekandidat. Allerdings adressiert Siebel in jüngster Zeit wieder verstärkt die weltweit größten Firmen als Kunden und zieht sich aus dem Mittelstandsgeschäft zurück. Ein Kooperationsabkommen zum Vertrieb der Mittelstandssoftware von Siebel hat Microsoft vor kurzem auslaufen lassen, weil die Redmonder eine eigene CRM-Software entwickeln. Bislang konzentriert sich Microsoft auch auf kleine und mittelständische Unternehmen, denen die Produkte über Vertriebspartner verkauft werden. Siebel setzt dagegen auf Direktvertrieb und Projektgeschäft. (mo)