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Microsoft und Intel wollen in die gute Stube

04.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit einer groß angelegten gemeinsamen Werbekampagne wollen die Branchenschwergewichte Microsoft und Intel ihre Bemühungen promoten, mit ihrer Technik auch das Wohnzimmer zu erobern. Es ist das erste Mal, dass die seit langem partnerschaftlich verbundenen Konzerne eine größere Medienkampagne gemeinsam planen und finanzieren (konzipiert wurde diese übrigens von einer neu angeheuerten Werbagentur, der zu Interpublic gehörenden Deutsch. Diese setzt unter anderem auf die Charaktere "Annie" und "Dr. Zaius" aus "Planet der Affen").

Zunächst werden US-amerikanische Verbraucher mit Fernseh-, Print- und Kinowerbung, einer neuen Website namens DigialJoy.com sowie Technikdemonstrationen in 38 Einkaufszentren und ähnlichen öffentlichen Orten bearbeitet. Wie viel das kosten soll, ist laut "Wall Street Journal" nicht bekannt. Ann Lewnes, eine Vice-President bei Intel für Vertrieb und Marketing, nannte für die dreimonatige Startphase "einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag" als Anhaltspunkt. Im kommenden Jahr könnte sich jedoch ein breiterer Marketing-Push anschließen.

Sowohl Microsoft als auch Intel treiben seit längerem das Konzept des "digitalen Zuhause" voran und setzen dabei auf PCs mit Zusatzprodukten für die Verwaltung von Musik, Filmen und anderer Unterhaltung. Das kommende Weihnachtsgeschäft muss erweisen, ob diese Visionen auch beim Kunden zünden. "Wir stimmen immer stärker darin überein, wohin die Industrie steuern sollte", erklärte Lewnes. "Die Consumer-PC-Industrie wartet darauf, dass wir vortreten und erklären 'Wacht auf, diese Kategorie ist eine tolle Sache'."

Microsoft hatte im Oktober eine weltweite Kampagne für die neue Version seiner "Windows XP Media Center Edition" gestartet. Dieses Betriebssystem erlaubt die Navigation durch allerlei Unterhaltungsinhalte und steht im Mittelpunkt der Redmonder Consumer-Strategie. Intel promotet derweil "Entertainment-PCs", Rechner mit Prozessoren von Intel und anderen Komponenten, die nicht länger auf oder unterm Schreibtisch stehen, sondern direkt im Wohnzimmer, und sich direkt an den Fernseher anschließen lassen.

Dazu passt im Übrigen die Meldung, das Intels Co-General Manager der Desktop Platforms Group, Louis Burns, auf der CEATEC in Japan kürzlich eine neue Linie von IA32-basierenden Prozessoren für den Einsatz in Consumer Electronics angekündigt hat. Diese Chips sollen unter anderem in Settop-Boxen und digitalen Videorekordern zum Einsatz kommen. Dabei ist davon auszugehen, dass sie im Gegensatz zu aktuellen Pentium-4-Chips niedriger takten, langsamere Busse verwenden und weniger Cache aufweisen, um Leistungsaufnahme und Kosten zu senken. (tc)