Quartalszahlen

Microsoft und Intel stecken PC-Schwäche weg

20.01.2012
Nur wenige Unternehmen sind so abhängig vom PC-Geschäft wie Microsoft und Intel.
Microsoft-Campus in Redmond, einem Vorort von Seattle
Microsoft-Campus in Redmond, einem Vorort von Seattle
Foto: Microsoft

Der eine stellt das Betriebssystem her, der andere die Prozessoren. Doch obwohl der PC-Absatz schwächelt, schlagen sich beide wacker. Die beiden Technologie-Schwergewichte Microsoft und Intel stemmen sich erfolgreich gegen die schwindende PC-Nachfrage. Obwohl der Verkauf von Computern nach Angaben der Marktforschungsfirma Gartner im vergangenen Kalenderquartal um 1,4 Prozent zurückgegangen ist, vermeldeten sowohl Microsoft als auch Intel am Donnerstag kräftige Umsatzzuwächse.

Bei Microsoft stieg der Umsatz für das zweite Fiskalquartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 20,9 Milliarden Dollar (umgerechnet 16,1 Milliarden Euro). Dabei bewies der Software-Primus, dass er auch ohne seine Profitquelle Windows 7 erfolgreich sein kann: Die Nachfrage nach dem Betriebssystem sank. Doch dafür griffen die Firmenkunden vermehrt zu Office- und Server-Programmen. Auch die Spielekonsole Xbox 360 war gefragt.

Höhere Kosten etwa in der Entwicklung ließen den Gewinn allerdings bei 6,6 Milliarden Dollar stagnieren. Und mit seinen Internet-Aktivitäten macht Microsoft weiterhin operativ Verlust, aktuell waren es allerdings "nur" noch 458 Millionen Dollar. Konzernchef Steve Ballmer sprach von "soliden Finanzergebnissen", vor allem da in diesem Jahr zahlreiche Neuerscheinungen anstünden. Das lässt die Kunden üblicherweise zurückhaltender werden bei den aktuellen Produkten. So steht im Herbst Windows 8 vor der Tür.

Intels Umsatz im Schlussquartal stieg um 21 Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar. Unter anderem entwickelte sich der Absatz von Server-Prozessoren prächtig. Diese Hochleistungsrechner werden in großer Zahl eingesetzt, um beispielsweise des stetig steigenden Datenaufkommens im Internet Herr zu werden. Der Gewinn verbesserte sich um sechs Prozent auf unterm Strich 3,4 Milliarden Dollar.

Intel-Zentrale in Santa Clara, Kalifornien
Intel-Zentrale in Santa Clara, Kalifornien
Foto: Intel

Ursprünglich hatte der Konzern noch mehr Geschäft angepeilt, doch die Überschwemmungen in Thailand kamen dazwischen. Dort werden vor allem Festplatten hergestellt, die nun fehlten. Deshalb stockte die PC-Produktion und Intel blieb auf einigen seiner Chips sitzen. Auch im laufenden Quartal rechnet Intel mit Einschränkungen.

Sowohl Microsoft als auch Intel versuchen derzeit fieberhaft, am boomenden Geschäft mit Tablet-Computern und Smartphones teilzuhaben, um ihre Abhängigkeit vom PC zu senken. Denn immer mehr Menschen greifen zu den kleinen mobilen Geräten und verzichten auf einen neuen klobigen Rechner. Bei Microsoft soll Windows 8 endgültig die Brücke zwischen PC und Tablet-Computer schlagen, Intel hat gerade erst auf der Computermesse CES in Las Vegas eine neue stromsparende Chip-Plattform für Smartphones und Tablets vorgestellt.

In rund 80 Prozent aller verkauften PCs steckt ein Intel-Prozessor, der Anteil der mit Windows ausgestatteten Rechner liegt sogar noch höher. Jedoch hat Microsoft längst weitere große Standbeine aufgebaut. Dazu zählt vor allem der Firmenkunden-Bereich mit Software für Server und Büroprogrammen wie Office. Hier verdient Microsoft mehr Geld als mit Windows.

Auch die Unterhaltungssparte hat sich blendend entwickelt. Trotz Schuldenkrise konnte der fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Kevin Turner verkünden: "Das Weihnachtsgeschäft war das stärkste in der Geschichte von Microsoft." Vor allem die Spielkonsole Xbox 360 mit der Gestensteuerung Kinect fand viele Fans. Die Aktie stieg angesichts dessen nachbörslich um mehr als zwei Prozent.

Auch die Intel-Aktie lag leicht im Plus. Der Konzern hatte die Börsianer schon im Vorfeld auf die Produktionsausfälle im Geschäft mit PC-Prozessoren hingewiesen. Dennoch konnte Intel aufs Jahr gesehen ein Rekordgeschäft einfahren. "2011 war ein Ausnahmejahr für Intel", sagte Konzernchef Paul Otellini am Donnerstag in Santa Clara. (dpa/tc)