Neue Partnerschaft

Microsoft und IBM kooperieren bei Surface-Apps

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Um die Verbreitung von Surface Pro und Surface Book im Business voranzutreiben, hat Microsoft mit IBM nun eine ähnliche App-Kooperation abgeschlossen wie bereits mit Apple rund um iPhone und iPad. Im Detail gibt es jedoch Unterschiede zum MobileFirst-Deal.
Microsoft will Surface Pro und Surface Book mit Hilfe von IBM stärker im Unternehmen etablieren.
Microsoft will Surface Pro und Surface Book mit Hilfe von IBM stärker im Unternehmen etablieren.
Foto: Microsoft Deutschland GmbH

Die Partnerschaft der beiden IT-Konzerne sieht vor, dass IBM spezielle Anwendungen für die Microsoft-Geräte schreibt und so individuell an die Anforderungen von Unternehmen aus den Bereichen Finanzdienstleister, Konsumgüter und Einzelhandel anpasst.

Der Deal ist von besonderer Bedeutung für Microsoft, da die Windows-Company die Surface-Geräte attraktiver für Unternehmen machen will. Bereits jetzt erzielt Microsoft mit den Devices nach eigenen Angaben je Quartal gut eine Milliarde Dollar Umsatz - dieser Betrag könnte deutlich ansteigen, wenn die Hybridgeräte Unternehmen dank maßgeschneiderter Software besser ansprechen.

Auf seiner Partnerkonferenz in Toronto, Kanada, kündigte der weltweit größte Softwareanbieter außerdem das Programm Surface as a Service an. Dabei werden die Geräte mit Cloud-Diensten gebündelt zur Miete angeboten, was Unternehmen laut Microsoft die hohen Einmalkosten für die Hardware erspare und zu früheren Geräte-Updates führen soll.

Maßgeschneiderte Surface-Apps

Laut Microsoft soll die kundenspezifische Software von IBM die einzigartigen Vorteile der Surface-Geräte ausnutzen. Im Mittelpunkt der Anwendungen stehen Analytics, Reporting, die Produktivität der Mitarbeitern, Verwaltung und Prognosen. Auf den ersten Blick ähnelt der Deal damit stark der Kooperation, die IBM im Herbst 2014 mit Apple abgeschlossen hatte, um spezielle Business-Apps für iPhones und iPads zu entwickeln. Dies bestätigte auch Urs Schollenberger, der als Business Leader den Bereich Mobile Enterprise von IBM in der DACH-Region verantwortet, gegenüber der COMPUTERWOCHE. IBM verbinde mit Microsoft seit langer Zeit eine Partnerschaft, erklärte der Manager.

Die nun getroffene Vereinbarung habe dabei den gleichen Stellenwert wie die MobileFirst-Kooperation von IBM mit Apple, es gebe auf beiden Seiten keine Exklusivität, auch Apple unterhalte nebenher App-Partnerschaften mit Cisco und SAP. Ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Kooperation mit Microsoft gibt es laut Schollenberger allerdings schon: Apps mit transformativen Ansatz und dem Fokus auf mehr Produktivität für die Mitarbeiter (B-to-E, Business to Employee) entwickle IBM ausschließlich mit Apple. Anstelle von IBM Watson die Microsoft-Produkte stünden somit auch eher die Microsoft-Produkte Dynamics und Power BI im Mittelpunkt.

IBM: 190 MobileFirst-Apps bis Jahresende

Was die MobileFirst-Kooperation mit Apple anbelangt, soll die Zahl der Industry-Apps nun bis Jahresende auf 190 Stück steigen. Ende 2015 waren es 104. Charakteristisch für diese Art von Apps ist, dass sie bis zu 70 Prozent vorkonfiguriert sind, die restlichen 30 Prozent können an individuelle Kundenwünsche angepasst werden.

Zu dem Portfolio an Spezial-Apps für verschiedene Branchen fügten Apple und IBM unlängst mit Join (Kalender), Connect (Zugriff auf das Mitarbeiterverzeichnis) und Reserve (Raumverwaltung) drei eher allgemeine Anwendungen hinzu. Mit diesen "Enterprise Essentials" sollen CIOs dabei unterstützt werden, bei ihrer Mobility-Strategie über die Anschaffung mobile Endgeräte und der Nutzung von E-Mail & Co. hinauszukommen, erklärt Schollenberger.