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Microsoft übernimmt Web-Conferencing-Anbieter Placeware

22.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft will noch im laufenden Quartal den Web-Conferencing-Anbieter Placeware akquirieren. Das 1996 gegründete Unternehmen aus Mountainview, Kalifornien, ermöglicht es Unternehmen, interaktive Live-Meetings und Präsentationen über das Internet zu führen. Zu den mehr als 3000 Kunden zählen unter anderem Johnson & Johnson, Deloitte & Touche, Merck und Cisco Systems.

Mit der Übernahme des nicht-börsennotierten Unternehmens plant die Gates-Company, verstärkt den lukrativen Markt für Web-basierte Videokonferenzen in Angriff zu nehmen. Mit Hilfe der Placeware-Produkte soll der neue Geschäftsbereich "Real Time Collaboration" entstehen, der wiederum Teil der Microsoft-Gruppe "Information Worker" wird, die um die "Office"-Suite herum organisiert ist. Dabei ist vorgesehen, die Placeware-Produkte mit eigenen zu verschmelzen, um neue Techniken für Online-Konferenzen zu schaffen. An der Entwicklung sollen auch Partnerunternehmen beteiligt werden, die Business-spezifische Angebote erstellen.

Gigagroup-Analyst Rob Enderle bezeichnete die Technologie hinter Placewares Dienstleistungen als den "großen Bruder" von "Netmeeting", Microsofts eigener Online-Collaboration-Software, die zusammen mit Windows 2000 angeboten wird: Während Netmeeting nur bei Gruppen mit fünf oder sechs Personen gut funktioniert, sei die Placeware-Software für bis zu mehreren hundert oder sogar eintausend Nutzern skalierbar, so Enderle. Der Analyst schätzt, dass der in Redmond, Washington, ansässige Softwareriese einen Teil der neu erworbenen Technik in künftige Versionen von Office-Anwendungen wie Powerpoint einbauen wird. Zusätzlich könnte die Technik in Microsofts Server-Produkten wie "Exchange" Verwendung finden. Finanzielle Details zu dem Kauf gaben die beiden Unternehmen nicht bekannt. Bis zur Genehmigung durch die Regulierungsbehörden soll Placeware als eigenständiges Unternehmen weiterarbeiten. (mb)