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Microsoft überdenkt weltweite Preispolitik

02.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist der offizielle Preis für Microsoft -Software rund um die Welt identisch. Bislang, denn auf Druck von einigen Kunden, insbesondere in Schwellenländern, will die Gates-Company nun ihr rigides Pricing überdenken.

Martin Taylor, General Manager für Microsofts Plattformstrategie, kündigte auf einer Analystenkonferenz an, sein Unternehmen arbeite mit den Regierungen von ärmeren Ländern an einer Anpassung der Softwarepreise an die dort herrschenden Lebenshaltungskosten. Es sei allerdings schwierig, einen ähnlichen Index wie den weltweiten "Big Mac-Index" im Magazin "The Economist" zu erstellen, der die Hamburger-Preise in Indien mit denen in New York oder in Taipeh vergleicht.

Ein wesentliches Problem ist, dass sich Software im Gegensatz zu Hamburgern beliebig versenden lässt, ohne beim Transport schlecht zu werden. Unternehmen könnten die Preisdifferenz ausnützen, um in anderen Ländern günstig Lizenzen einzukaufen. Die Lösung wären möglicherweise verschiedene Preise für unterschiedlichen Sprachversionen, so Taylor. Im englischsprachigen Raum habe Microsoft aber weiterhin ein Problem.

Insbesondere in Asien steht der Softwaregigant unter dem Druck der Open-Source-Bewegung. Dort hatten bereits verschiedene Regierungen angekündigt, angesichts hoher IT-Kosten künftig verstärkt Linux-basierende Produkte einzusetzen. Als Konsequenz machte Microsoft in den vergangenen Monaten bereits einige Zugeständnisse. So kündigte der Softwareriese für Thailand abgespeckte Versionen seines Betriebssystems Windows XP sowie des Büropakets Office XP an. Ein integriertes Low-Budget-Paket aus Windows-Betriebssystem und Office-Paket soll rund 40 Dollar kosten. Nach der auf thailändische Bedürfnisse zugeschnittenen Variante seien auch andere Sprachversionen für ärmere Länder geplant, verlautete bereits Anfang Februar aus Microsoft-Kreisen (Computerwoche.de berichtete). (mb)