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Microsoft träumt von Datenströmen

01.10.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft hat eine Initiative "Windows Media Broadband Jumpstart" ins Leben gerufen, um seine Software für die Übertragung von Audio- und Videoströmen über das Netz populärer zu machen. Gleich 35 Partner aus allen Bereichen der Medienwelt hat die Gates-Company zum Mitmachen überredet. Im Vordergrund der Bemühungen steht vor allem der Ausbau breitbandiger Angebote, bei denen Microsoft seine Software im Vorteil sieht.

Die Wirklichkeit sieht derzeit allerdings anders aus - die überwiegende Mehrheit der Surfer nutzt noch immer Modemverbindungen zur Einwahl ins Internet, was der Verbreitung von Streaming-Media-Software nicht eben förderlich ist. Außerdem ist Microsoft etwas spät auf den Zug aufgesprungen. "Zum jetzigen Zeitpunkt heißt der Industriestandard Real Networks", konstatiert Charles King von Zona Research. Real fürchtet sich vor Microsofts Breitband-Attacke nicht. "Wir sind [Microsoft] bei der Übertragung über schnelle Leitungen weit voraus", prahlte Unternehmenssprecher Jay Wampold. Zona-Analyst King ist da etwas vorsichtiger: "Microsoft ist verdammt gut darin, Leute zu Koalitionen zu vereinen und zusammenzuhalten. Sie sind zwar ein wenig spät dran, aber sie kommen mit einem Paukenschlag."