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Microsoft sucht Nähe zu Großkunden

23.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Immer mehr große Kunden entscheiden sich offenbar für das von Microsoft im Direktvertrieb angebotene Volumenlizenzprogramm “Enterprise Agreement"(EA). Nach Schätzungen von Gartner-Analyst Alvin Park nutzten mittlerweile 30 bis 35 Prozent von Microsofts Großkunden das vor zwei Jahren gestartete EA-Programm. Bis vor kurzem sei die Quote nur bei 15 Prozent gelegen. EA richtet sich an Unternehmen, die mindestens 250 Desktop-PCs einsetzen und sich für eine standardisierte IT-Plattform auf der Basis von Microsoft-Produkten entscheiden wollen. Die Kosten basieren auf der Anzahl der Desktop-PCs im Unternehmen und werden in drei jährliche Zahlungen aufgeteilt. Während der Laufzeit können Unternehmen die Produkte auf allen Desktops zu benutzen, einschließlich solchen Rechnern, die erst nach Unterzeichnung der Vereinbarung

gemäss dem "angesetzten" Bedarf hinzugekommen sind.

Die Linzenzkosten beginnen laut Park bei rund 289 Dollar pro Mitarbeiter und können je nach Größe der Installation sinken. Eine Lizenz umfasst das Büropaket "Microsoft Office Professional", Upgrades für das Windows Professional Desktop-Betriebssystem sowie die "Microsoft Core-Client-Lizenz" (Core CAL), die derzeit Client-Zugriffslizenzen für den Windows Server, Sharepoint Portal Server, Microsoft Exchange Server sowie Systems Management Server enthält. Weitere Produkte sowie einen "Premium Support" können während der Lizenzlaufzeit hinzugekauft, zusätzliche Desktops müssen jährlich gemeldet und per Sammelbestellung nachlizenziert werden. Über einen "Renewal Vertrag" lässt sich das Mietmodell nach Ablauf von drei Jahren nochmals um weitere drei Jahre verlängern.

Microsoft verspricht dieses direkte Vertriebsmodell eine Reihe von Vorteilen. So will sich der Hersteller höhere Margen sichern, indem er den Zwischenhandel ausschaltet und Partner in erster Linie über Supportdienstleistungen im Geschäft bleiben. Zudem können die Redmonder ihre Preise individueller mit den Kunden aushandeln und nach Zahl der Clients rabattieren, sowie Office und Windows als unternehmensweite Standardkonfiguration auf den Client zementieren.

Marktbeobachter sehen in EA zudem den Versuch, Konkurrenzprodukten wie Opensource-Client-Software und vor allem Linux vom Desktop fernzuhalten. Kunden verheißt EA neben möglicherweise vergünstigten Einkaufsoptionen, eine einheitliche Softwarebudgetierung und -aktualisierung sowie eine einfachere Lizenzbestellung und -verwaltung. (as)