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Microsoft stockt F&E-Budget und Belegschaft auf

26.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft will im seit 1. Juli laufenden Geschäftsjahr seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung um rund 20 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar erhöhen und 5000 neue Mitarbeiter einstellen. Dies kündigte Firmengründer und Chief Software Architect Bill Gates gestern auf dem jährlichen Financial Analyst Meeting in Redmond an. "Wir haben unser Geschäft immer langfristig betrachtet, auch in Zeiten ökonomischer Probleme und Unsicherheit", erklärte Gates in einer Stellungnahme.

In welchen Bereichen Microsoft die 5000 Neueinstellungen vornehmen will, ist noch nicht bekannt. Rob Enderle von der Giga Information Group wertet die Ankündigung als Eingeständnis des Softwareriesen, dass diesem Markt und Kundschaft zu entgleiten drohten und er neue Produkte finden muss, um seine Einnahmeströme zu sichern. Angesichts der Branchenflaute und der gegen den Konzern anhängigen Kartellverfahren in den USA und Europa sei die Offensive jedoch überraschend. "Das ist nicht unbedingt das Verhalten, dass man in einem Markt wie diesem erwarten würde; aber es ist wahrscheinlich genau das was Microsoft braucht", mutmaßt der Analyst.

Als wichtigste Wettbewerber hat Bill Gates übrigens IBM und die "Software-Community vom Typ Linux" ausgemacht. IBMs Global Services sei vor allem langfristig ein ernster Konkurrent. Er betonte ferner, sowohl CEO Steve Ballmer als auch er selbst würden niemals Aktienoptionen annehmen: "Unsere Interessen sind überwiegend die gleichen wie die unserer Aktionäre". Zufrieden äußerte er sich mit seiner neuen Rolle als Chief Software Architect - sein weniger voller Terminplan lasse ihm nun viel mehr Zeit, sich um die Produktentwicklung zu kümmern. "Die neue Rolle macht mir viel Spaß, und sie ist ausgesprochen kritisch in bezug auf unsere Fortschritte in Richung .Net", so Gates. (tc)