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Microsoft stellt seine CRM-Software offiziell vor

11.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft hat vergangene Woche erstmals offiziell seine CRM-Software (Customer Relationship Management) für den Mittelstand, kurz "MBSCRM" genannt, präsentiert. Auf einer Veranstaltung in Toronto verkündete Frank Clegg, President von Microsoft Kanada, dass es sich bei dem auf der .Net-Infrastruktur basierenden Angebot eher um einen Geschäftsprozess als um eine Technologie handle. CRM sei in den letzten Jahren lebensnotwendig geworden, so Clegg, allerdings hätten viele Unternehmen Schwierigkeiten gehabt, mit dem Begriff in der Praxis etwas anzufangen und insbesondere eine erfolgreiche Strategie darauf aufzubauen.

Microsofts Erstlingswerk in Sachen CRM und die erste Unternehmenssoftware seit der Übernahme von Great Plains und Navision konzentriert sich beim Kundenkontakt-Management auf die Vertriebsunterstützung (Sales Force Automation) und schließt dabei Prognose-Tools sowie das Lead- und Kontakt-Management mit ein. Es dreht sich bei CRM nicht nur um Daten-Input und Geschwindigkeit, erklärte Glegg, und fügte hinzu, dass der CRM-Markt mit gescheiterten Projekten und komplexen Produkten übersät sei.

Laura Pollard, President der Customer Relationship Management Association of Canada (CRMA), verwies in diesem Zusammenhang auf eine gemeinsam mit Microsoft organisierte Untersuchung. Dieser zufolge scheiterten knapp 60 Prozent aller CRM-Einführungen in Kanada. Gründe dafür seien mangelnde Planung auf Unternehmensebene und Fehler beim Wechsel zu kundenorientierten Geschäftsprozessen.

Das ab sofort in Nordamerika verfügbare Paket läuft unter Windows 2000 und benötigt Microsofts SQL Server. Die Preise beginnen bei 595 Dollar pro Anwender, plus weitere 1945 Dollar für die Standard Edition. Die Professional Suite Edition ist mit 2990 Dollar zu veranschlagen. MBSCRM muss nicht auf dem Client-PC installiert werden, sondern kann optional über einen Browser oder Microsofts "Outlook"-Programm bedient werden. Eine internationale Version 1.1 in lokalisierten Varianten für Deutschland, Großbritannien, Dänemark, die Niederlande, Italien sowie Spanien ist für das zweite Halbjahr 2003 angekündigt. (mb)