Neue .NET-Komponenten und Netzhardware

Microsoft startet mobile Produktoffensive

11.10.2002
MÜNCHEN (CW) - Mit einer großen Produktoffensive startet Microsoft in den Herbst. Der Konzern weitet sein Angebot sowohl software- als auch hardwareseitig aus. Neu im Programm ist beispielsweise Netzequipment.

Auf den ersten Blick scheint Microsofts Produktoffensive wenig Sinn zu geben: Auf der einen Seite präsentiert das Unternehmen neue .NET-Software, auf der anderen Seite Hardware für das Netz. Doch genau diese Hardware benötigt Microsoft, um den Aufbau einer Netzinfrastruktur für Klein- und Heimbüros voranzutreiben, auf der dann die mobilen .NET-Komponenten aufsetzen.

Auf der Softwareseite schließt der Konzern gleich drei Lücken in seiner mobilen Strategie. So veröffentlicht er die zweite Testversion des ".NET Compact Framework" und startet das Betaprogramm für die nächste Version der Entwicklungssoftware "Visual Studio .NET", Codename "Everett". Ferner kommt die endgültige Version des "SQL Server CE 2.0" auf den Markt.

Bei dem .NET Compact Framework handelt es sich um ein Subset der für PCs und Server konzipierten Entwicklungsumgebung .NET. Als Runtime-Engine soll die Kompaktvariante kleinere Windows-Endgeräte in die Lage versetzen, .NET-Applikationen ablaufen zu lassen. Hier denkt der Konzern vor allem an Devices wie Handheld-Computer, intelligente Handys oder PDAs, die das Betriebssystem "Pocket PC" verwenden.

Dieses Trio ist jedoch nur ein Teil von Microsofts Mobility-Offensive. Auf der anderen Seite hat das Unternehmen nun ein Bluetooth-Update für das Betriebssystem Windows XP freigegeben. Mit der Unterstützung dieses Funkstandards dürfte sich künftig die Synchronisation zwischen Arbeitsplatzrechnern und mobilen Endgeräten wie Smartphones, PDAs etc. deutlich vereinfachen. Von der Option, einen Drucker via Bluetooth mit dem Rechner zu verbinden, ganz zu schweigen. Allerdings dürfte die Bandbreite von Bluetooth wohl kaum für die Datenmengen ausreichen, die etwa beim modernen Farbdruck zwischen Rechner und Drucker ausgetauscht werden.

Damit die Anwender die Vorzüge der mobilen und vernetzten Welt auch wirklich nutzen können, vermarktet Microsoft künftig zehn Netzwerkprodukte für funk- und kabelgestützte Netze.

Netzkomponenten im Portfolio

In Sachen Wireless LANs wartet die Company mit Access Point "MN-500" auf, der als Internet-Gateway und Vier-Port-Switch fungiert. Der Wireless USB-Adapter "MN-510" und der PC-Card-Adapter "MN-520" für den Einsatz in Notebooks runden das Angebot ab. Für Anwender, die als Einstiegslösung ein Komplettpaket suchen, schnürt Microsoft zudem zwei Bundles aus Access Point und USB-Adapter beziehungsweise PC Card.

Im klassischen Ethernet-Bereich hat der Softwarekonzern mit dem "MN-100" eine Access-Router mit Vier-Port-Switch für den Internet-Zugang via DSL oder Kabelmodem im Programm. Ohne Gateway-Funktionen präsentiert sich dagegen der "MN-150" auf. Er agiert als reiner Fünf-Port-Switch. Die Ethernet-Familie vervollständigen die PCI-Netzkarte "MN-130", der USB-Adapter "MN-110" sowie die für Notebooks konzipierte PC-Card "MN-120".

Mit der Netzfamilie tritt Microsoft in direkte Konkurrenz zu etablierten Playern wie Linksys, Netgear, D-Link oder SMC. Trotz dieser starken Konkurrenz, die auf eine langjährige Erfahrung im Netzgeschäft zurückblicken kann, ist Microsoft zuversichtlich, in dem Markt schnell Fuss zu fassen. Als Ass im Ärmel sieht der Konzern dabei die Software, die mit dem Netzequipment ausgeliefert wird. In Verbindung mit dem hauseigenen Betriebssystem soll sich damit die Einrichtung eines Netzes mit Internet-Zugang fast automatisch bewerkstelligen lassen. Steht das Netz, dann erleichtere das "Broadband Network Utility" die Überwachung der Verbindung und gebe beispielweise Auskünfte über die Signalstärke im Wireless LAN oder den Status der Internet-Anbindung.

Ein Termin für die Markteinführung der Netzkomponenten in Deutschland steht noch nicht fest. Die Bluetooth-Erweiterung für die deutschen XP-Varianten soll bis zum Jahresende erhältlich sein. (hi)