Windows 3.x

Microsoft stampft bestes Windows-Release ein

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Heimlich, still und leise hat der Softwareriese Microsoft zum 1. November die Ausgabe von Windows-3.x-Lizenzen an Gerätehersteller eingestellt.

Windows 3.x war das erste Windows-basierende Betriebssystem, das sich ernsthaft mit Apples Mac-GUI messen konnte - und den Konkurrenten letztendlich auch als bevorzugtes Betriebssystem überholte. Allein in den ersten sechs Monaten nach dem Launch im Mai 1990 verkaufte Microsoft zwei Millionen Kopien.

Windows 3.x: Microsofts Fenster zum Erfolg.
Windows 3.x: Microsofts Fenster zum Erfolg.

Microsoft hatte zwar schon Ende 2001 den Support für Windows 3.x gestoppt. Die Software überlebte jedoch als Embedded-System in verschiedenen Geräten, von schnöden Ticket-Automaten und Kassensystemen bis hin zu Inflight-Entertainment-Systemen in Flugzeugen.

Wahrscheinliche Gründe für den 18-jährigen Einsatz waren die volle DOS-Kompatibilität, die Netzwerkfähigkeit und nicht zuletzt die geringen Ansprüche an die Rechnerleistung. So benötigt Windows 3.x lediglich einen 10MHz 8086/8088-Prozessor mit 640KB RAM, 7MB Speicher und eine Grafikkarte, die die Formate CGA, EGA und VGA unterstützt.

Zum Vergleich: Um Windows Vista Home Premium zum Laufen zu bringen, muss der PC mindestens über einen 32-Bit-1GHz-Prozessor, 1GB RAM, eine 40GB-Festplatte und über eine Grafikkarte mit mindestens 128 MB Memory verfügen.