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Microsoft sieht in Sonys Kopierschutz Sicherheitsrisiko

14.11.2005
Microsoft sieht nach jüngsten Medienberichten in dem umstrittenen Kopierschutz "XCP" von Sony BMG ein Sicherheitsrisiko für Computer-Anwender.

Wie der Branchendienst "cnet" berichtet, will Microsoft seine Sicherheitssoftware so aufrüsten, dass sie künftig den Kopierschutz erkennt und auf den Rechnern der Nutzer entfernt. "Wir sind besorgt über jede Art von Schadsoftware und ihren Einfluss auf die Computer unserer Kunden" schreibt Jason Garms, Sicherheits-Experte bei Microsoft, in seinem Weblog.

Die so genannte Rootkit-Funktion des heftig in die Kritik geratenen Kopierschutzes - Sony BMG hat derweil die Produktion damit versehener CDs eingestellt - hätte einen negativen Einfluss nicht nur auf die Sicherheit, sondern auch auf die Verlässlichkeit und Leistungsfähigkeit der Computer, so Garms. Nach Analyse der Software wolle das Unternehmen zunächst seine Sicherheitsanwendung Windows AntiSpyware mit einer Signatur erweitern, die das Sony-Programm erkennt und auf den Rechnern entfernt.

Das von Sony BMG auf einigen Musik-CDs in den USA getestete digitale Rechtemanagement war in den vergangenen Wochen in die Schlagzeilen geraten, weil es beim Abspielen einer entsprechenden CD am Rechner angeblich Dateien unbemerkt vom Nutzer in den Tiefen des Betriebssystems versteckt (siehe "Sony setzt sich mit Rootkit-DRM in die Nesseln"). Die Dateien sollen ähnlich wie ein Schadprogramm arbeiten und möglichen Viren, Würmern und gefährlicher Spionage-Software aus dem Internet eine Hintertür auf den Rechnern öffnen. Ende vergangener Woche wurde von führenden Antiviren-Experten bereits die erste Angriffs-Welle von Viren registriert, die diese Funktion ausnutzen. (dpa/tc)