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Microsoft setzt Kopfgeld auf Virenschreiber aus

05.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft wird voraussichtlich im Verlauf des heutigen Mittwochs ein Kopfgeld auf die Urheber der Internet-Würmer "MSBlast" und "Sobig" aussetzen. Wer Hinweise liefert, die zur Ermittlung der Virenschreiber führen, soll 250.000 Dollar Belohnung bekommen, berichten US-Medien. Die Schädlinge sind darauf ausgelegt, Sicherheitslücken des Betriebssystems Windows auszunutzen. Die Belohnung soll heute Nachmittag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der US-Bundespolizei FBI ausgelobt werden.

Sicherheitsexperten wie Chris Wysopal von @Stake zeigen sich skeptisch. Es sei das erste Mal, dass ein Unternehmen Methoden der traditionellen Verbrechensaufklärung einsetze, um Virenschreiber zu ermitteln. Er glaube nicht, dass die Methode zum Erfolg führe. Peter Lindstrom von Spire Security meint dagegen, eine Belohnung sei ein legitimes Mittel, Administratoren dazu zu bringen, die Logdateien der von ihnen betreuten Server zu analysieren.

Der auch unter der Bezeichnung "Lovesan" bekannte MSBlast (Computerwoche online berichtete) wurde im August dieses Jahres entdeckt und befiel laut Virenspezialisten rund 1,2 Millionen Rechner. Er installiert unter anderem eine Backdoor-Routine, über die Hacker Zugriff auf die betroffenen Systeme erhalten.

Ende August galt Sobig als schlimmster Virus aller Zeiten (Computerwoche online berichtete). Die Variante "F" verbreitete sich so schnell wie kein Schädling zuvor. Provider berichteten, dass bis zu 2,6 Millionen mit Sobig infizierte E-Mails pro Tag auf die Server gelangten. (lex)