Version 3.0

Microsoft präsentiert Silverlight in neuem Gewand

13.07.2009 | von pte pte
Microsoft hat am Wochenende offiziell sein programmierbares Browser-Plugin "Silverlight" in der Version 3.0 vorgestellt.

Das Pendant zu Adobes Flash-Technologie läuft unter Windows, Mac OS und Linux und soll als Plattform für Multimedia und Rich Internet Applications (RIAs) - wie etwa auf dem Portal des italienischen TV-Senders RAI http://www.rai.tv - genutzt werden. Genau wie Mitkonkurrent Adobe arbeitet Microsoft daran, Silverlight künftig auch auf mobile Endgeräte und auf die Xbox zu bringen.

"18 Monate nach der Vorstellung der Erstversion sind wir bereits bei 350 Millionen Downloads", sagt Tim Fischer, Silverlight Marketing-Manager von Microsoft Deutschland, gegenüber pressetext. Schätzungen des Branchenverbands BITKOM zufolge würden etwa 1,2 Milliarden Menschen weltweit das Internet nutzen. Demnach sei davon auszugehen, dass bereits ein Viertel aller User Zugriff auf einen Rechner habe, auf dem Silverlight installiert sei. Funktionalität und die mit rund 4,6 Megabyte geringe Größe der Anwendung seien laut Fischer für den großen Erfolg verantwortlich.

"Adobes Flash-Technologie wird sich aufgrund seiner enormen Verbreitung als Standard etablieren", meint hingegen Przemyslaw Kuffel, Webentwickler bei Sundastra, auf Anfrage von pressetext. Laut Adobe sei eine Version des Flash-Players bereits auf mehr als 90 Prozent aller Clientrechner installiert. Indes wartet Silverlight mit zahlreichen neuen Features auf. "Im Umfeld von Rich-Media-Anwendungen sind Funktionen wie etwa der Streaming-Server für Windows, der Smooth-Streaming in HD Qualität erlaubt, einzigartig", betont Fischer. Diese Technologie würde es dem User ermöglichen, zu jeder erdenklichen Abspielposition zu wechseln, ohne übermäßige Buffering-Zeiten in Kauf nehmen zu müssen.

Hinsichtlich RIAs sei es unter anderem von Vorteil, dass eine große Anzahl von Entwicklern .NET beherrsche und daher Silverlight-Anwendungen einfach und schnell schreiben könne, so der Experte weiter. Silverlight-RIAs sollen obendrein auch außerhalb des Browsers ausgeführt werden können. Sie ließen sich per Mausklick lokal installieren und innerhalb einer Sandbox auch offline ausführen. Für deren Entwicklung stellt Microsoft eine offenes Framework auf Basis seiner Entwicklungsplattform .NET zur Verfügung, das von .NET-Entwicklern genauso wie von JavaScript-Entwicklern, die in einem HTML-Umfeld agieren, genützt werden kann. "Für die Portierung wird der zugrundeliegende C#-Code in die plattformunabhängige Zwischensprache Microsoft Intermediate Language (MSIL) übersetzt, die für verschiedenste Sprachen entwickelt wurde, so dass heute für .NET über 30 Sprachen zur Verfügung stehen", erklärt Fischer. Der MSIL-Code werde dann auf der Zielplattform durch einen JIT-Compiler in Maschinencode übersetzt und direkt vom Prozessor ausgeführt.

Mit "Expression Studio 3" wird ab Herbst auch eine neue Version des Entwicklungstools für Silverlight-Anwendungen in deutscher Sprache zur Verfügung stehen. Dabei soll die Kluft zwischen Grafikdesign und Code-basierter Umsetzung durch eine Bandbreite von neuen Funktionen endgültig aufgehoben werden. Expression Studio ist derzeit in der Version 2.0 in Deutsch verfügbar. (pte)

Newsletter 'Nachrichten morgens' bestellen!