Web

 

Microsoft plant eigenen XBox-Chip

11.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft will die Chipsätze für die kommende Generation der XBox, "XBox Next", im eigenen Hause entwickeln, berichten unternehmensnahe Quellen. Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass der Hersteller den CPU-Lieferanten für die Spielekonsole wechselt. Künftig soll sie auf IBMs-PowerPC-Prozessor statt auf Intels Pentium-III basieren (Computerwoche online berichtete).

Für die aktuelle Konsole bezieht Microsoft die Grafikchips von Nvidia. Für die XBox Next gibt es bereits Lizenzverträge mit ATI. Weitere Chipsätze sollen von SIS (Silicon Integrated Systems) kommen. Analysten rechnen jedoch damit, dass Microsoft die Bauteile nicht eins zu eins von den Herstellern übernehmen wird, sondern beim Chipdesign mitwirkt. Neben einer für das System optimierten Leistung stehe dabei vor allem die Absicherung der Konsole gegen Hackeraktivitäten im Vordergrund. Microsoft könne kein Interesse daran haben, dass sich die XBox mit einfachen Mitteln als PC verwenden lässt, sagte Richard Doherty, Chefanalyst bei der Envisioneering Group. Das aktuelle Modell lässt sich durch den Einsatz eines "Modchips" so modifizieren, dass sowohl Linux installiert als auch gecrackte Spiele verwendet werden können (Computerwoche online berichtete).

Die Zusammenarbeit mit den Chiplieferanten könnte ähnlich aussehen wie die Sonys mit IBM und Toshiba. Die Unternehmen arbeiten bei der Entwicklung des "Cell"-Prozessors zusammen, der in die kommende Version der Sony Playstation integriert werden soll. Microsoft kommentierte die Berichte bislang nicht. Doherty erwartet, dass das Unternehmen auf der Consumer Electronics Show (CES), die im Januar 2004 in Las Vegas stattfindet, die XBox-Pläne öffentlich ankündigt. (lex)