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Microsoft plant automatisierte Zwangs-Patches

22.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft will die Windows-Update-Funktion als festen Bestandteil in den Windows-XP-Nachfolger "Longhorn" integrieren. Dadurch sollen Sicherheits-Updates automatisch geladen werden. Damit werde die Verbreitung von Würmern wie dem vergangene Woche erstmals aufgetauchten "W32.Blaster" (Computerwoche online berichtete) vermieden. In den bislang erschienenen Windows-Versionen lässt sich die automatisierte Update-Funktion lediglich als Option zuschalten.

Man habe bereits vor der Einführung von Windows XP darüber nachgedacht, "Windows-Update" als Standardfunktion in das Betriebssystem einzubinden. Aufgrund von Befürchtungen seitens der Kunden, Microsoft wolle die PCs der Anwender ausspionieren, sei die Idee wieder verworfen worden, heißt es in Redmond.

Das Echo auf Microsofts Ankündigung ist geteilt. Der Sicherheitsexperte und Gründer von Counterpane Internet Security, Bruce Schneier, der als Microsoft-Kritiker gilt, befürwortet den Vorschlag. Es müsse jedoch gewährleistet sein, dass Microsoft die Funktion tatsächlich nur zum Einspielen von Sicherheits-Updates und nicht zur Übertragung anderer Daten nutzt. Dieser Ansicht sind auch die Marktforscher von Gartner. Ein Missbrauch oder Fehlfunktionen könnten fatale Folgen haben.

Gartner-Analyst Terry Allan Hicks erinnerte an das Service Pack 6 für Windows NT, das auf mehreren tausend Servern zu Systemfehlern führte. Außerdem stoße die Microsoft-Praxis bei Anwendern auf Ablehnung, über Patches und Service-Packs Produkt-Registrierungen zu überprüfen und sich die Option offen zu halten, Anwendungen zu blockieren. (lex)