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Microsoft macht erneut Lizenzkonzessionen

09.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - "Customer Feedback Improves Microsoft‘s Volume Licensing Programs" - mit diesem herrlichen Euphemismus betitelt Microsoft eine aktuelle Pressemitteilung, in der das Unternehmen auf die Verärgerung seiner Kunden über seine veränderte Lizenzpolitik reagiert. Die Übergangsphase für das erstmals im vergangenen Mai angekündigte neue Programm (Computerwoche online berichtete) wurde von Ende Februar bis Mitte kommenden Jahres - konkret: bis zum 31. Juli 2002 - verlängert; das Angebot "Upgrade Advantage" gilt für "Open"- und "Select"-Kunden während der gesamten Übergangsphase. Außerdem können nun nicht nur Anwender des neuen "Office XP", sondern auch die der Vorversion "Office 2000" direkt auf das Abonnement-Modell "Software Assurance" umsteigen. "Die Kunden haben uns klar

gemacht, dass unsere ursprünglich fünfmonatige Übergangsfrist zu knapp war", konzediert Bill Landefeld, Vice President Worldwide Licensing and Pricing. "Angesichts der aktuellen Wirtschaftslage hatten sie damit ganz klar Recht." Individuell werde man den Unternehmen entgegenkommen, die bereits unter der alten Regelung neue Lizenzverträge abgeschlossen haben.

Analysten vermuten indes, dass nicht allein Proteste der Kunden hinter dem Sinneswandel stecken könnten. Ein weiteres Motiv sei vermutlich die Befürchtung, so mancher Anwender könne sich angesichts der Neuregelung für konkurrierende Produkte entscheiden. In einer kürzlich von der Giga Group veranstalteten Umfrage hatten immerhin 35 Prozent der Teilnehmer angegeben, sie zögen angesichts der geänderten Bestimmungen Software von Wettbewerbern in Erwägung. "Sie haben sich damit enorm geschadet", kommentiert Giga-Analyst Rob Enderle Microsofts bisheriges Gebaren. Sein Gartner-Kollege Neil McDonald bilanziert: "Die Message ist: Druck von Seiten der Kunden funktioniert, und das anhängige Kartellverfahren hat nachgeholfen."