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Microsoft-Lizenz schließt Open-Source-Alternativen aus

31.01.2005
Ein der EU vorgelegter Lizenzentwurf sieht vor, dass die Lizenznehmer Microsoft für jede Kopie ihrer auf die Windows-Schnittstellen aufsetzenden Produkte Gebühren zahlen müssen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein von Microsoft der EU vorgelegter Lizenzentwurf für die Nutzung von Betriebssystem-Schnittstellen für die Entwicklung von Programmen durch andere Firmen erregt die Gemüter. Die EU hatte Microsoft vorgegeben, die Lizenz müsse "angemessen und nicht diskriminierend" sein. Microsofts Entwurf sieht jedoch vor, dass Lizenznehmer für jede Kopie ihrer auf die Windows-Schnittstellen aufsetzenden Produkte Gebühren zu zahlen haben.

Doch eine solche Lizenz würde es Open-Source-Projekten unmöglich machen, die Schnittstellen zu nutzen. Denn grundsätzlich lässt sich die Verbreitung freier Programme weder kontrollieren noch mit Kosten belegen (sondern nur Services). Besonders betroffen wäre Samba, ein File-and-Print-Server für Windows, Unix und Linux. Er könnte die "volle Interoperabilität", die Microsoft nach Willen der EU-Kommission anderen Firmen ermöglichen soll, nie erreichen. Anwälte der Free Software Foundation Europe haben bei der EU interveniert, um eine Ablehnung der Microsoft-Lizenz zu erreichen. (ls)