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Microsoft liebäugelt mit japanischem TK-Konzern

26.11.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft will die 60prozentige Beteiligung der Media-One-Gruppe an dem japanischen TK-Anbieter Titus Communications Corp. erwerben und führt bereits dementsprechende Verhandlungen. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Die größte Wirtschaftstageszeitung Japans, "Nihon Keizai Shimbun", spekuliert mit einer Übernahmesumme in Höhe von rund 960 Millionen Dollar. Offiziell wurde der Betrag jedoch noch nicht bestätigt. Nächste Woche wollen angeblich Microsoft-Führungskräfte nach Tokio reisen, um mit Japans Ministerium für Post und Telekommunikation über das Geschäft zu reden. Zudem plane die Gates-Company, Toshiba und Itochu ihre insgesamt 40prozentige Beteiligung an Titus abzukaufen.

Mit dem Deal würde Microsoft seine Position im -asiatisch-pazifischen TK-Geschäft weiter ausbauen. Erst im September 1999 hatte sich der Softwaregigant mit der japanischen Softbank und dem Kabelanbieter Global Crossing aus Bermuda zusammengetan, um für 1,3 Milliarden Dollar ein 18 000 Kilometer langes Unterseekabel in Asien zu verlegen. Die Gates-Company hofft, mit der Verfügbarkeit von Hochgeschwindigkeitsnetzwerken die Nachfrage nach seiner Software zu fördern.

Der amerikanische Kabelkonzern Media One, der gerade von AT&T übernommen wird, hatte angekündigt, seine internationalen Geschäftseinheiten vor Abschluß der Akquisition zu veräußern. Im Oktober hatte sich Microsoft bereit erklärt, drei Milliarden Dollar für Media Ones knapp 30prozentige Beteiligung an dem britischen TK-Anbieter Telewest Communications zu zahlen (CW Infonet berichtete); die Deutsche Telekom wird Media Ones Anteile an Mobilfunkgesellschaften in Polen, Ungarn und Rußland erwerben (CW Infonet berichtete).