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Microsoft kürzt Zeugenliste

30.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft wird in dem anhängigen US-Kartellverfahren deutlich weniger Personen in den Zeugenstand rufen, als zunächst geplant. Mindestens acht Kandidaten sind gestrichen worden: Neben den Microsoft-Mitarbeitern Richard Fade, Brian Valentine, Jeff Raikes und Roger Needham verzichtet Microsoft nun auch auf die Aussagen von Mitchell Hill, Chef des Unternehmens Avanade, Philip Schoonover, Executive Vice President bei Best Buy, Steven Silva, Chef von Charter Communications, und John Johnston, ein August-Capital-Partner. Damit bleiben neun Personen auf Microsofts Zeugenliste übrig. Zu ihnen zählen der Firmenchef Steve Ballmer und Jim Allchin, Group Vice President Platforms. Beobachter vermuten, dass Microsoft so das Verfahren beschleunigen will.

In der Verhandlung am gestrigen Montag wies das Unternehmen die Vorwürfe der neun klagenden US-Bundesstaaten zurück, wonach man bewusst versucht habe, die Interoperabilität von Windows mit der Software der Konkurrenz zu behindern. Microsofts Vice President Robert Short sagte aus, dass sein Unternehmen "erhebliche Anstrengungen" unternimmt, um die Interaktion von Windows mit anderen Produkten zu gewährleisten.

Als weiterer Zeuge der Verteidigung wehrte sich Gregg Sutherland von Qwest Communications International gegen die Behauptungen der Anklage, Microsoft könnte den geplanten Internet-basierten Messaging-Service von SBC Communications zerstören. "Das wäre eine sinnlose Aktion für jeden Wettbewerber", erklärte Sutherland. Während des Kreuzverhörs durch den Klägeranwalt musste der Qwest-Manager jedoch zugeben, dass er zum einen wenig über Microsofts früheres Wettbewerbsverhalten wisse und zum anderem keinerlei Erfahrung mit besagten Messaging-Services habe. (ka)