Für Schwellenmärkte

Microsoft kündigt Nokia-Telefon für 19 Euro an

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Mit dem "Nokia 130" bringt Nokia, pardon: die Devices Group von Microsoft ein preisgünstiges "erstes" Telefon für Schwellenmärkte heraus.

Das Nokia 130 soll laut Ankündigung in normaler und Dual-SIM-Ausführung zirka 19 Euro vor Steuern und Subventionen kosten und ab dem dritten Quartal unter anderem in China, Ägypten, Indien, Indonesien, Kenia, Nigeria, Pakistan, den Philippinen sowie Vietnam erhältlich sein. Das Telefon hat zwar kein Internet, aber integrierte Audio- und Video-Player und soll mit einer Akkuladung bis zu 46 Stunden Musik am Stück wiedergeben. Eine Taschenlampe, UKW-Radio und USB-Lademöglichkeit sind ebenfalls an Bord des Nokia 130, dessen 1,8-Zoll-Farbsdisplay QQVGA auflöst und das Medien und andere Inhalte via Bluetooth weitergeben kann. Der eingebaute Speicher lässt sich über microSD-Kärtchen um bis zu 32 GB erweitern.

Das Nokia 130 von Microsoft kostet weniger als 20 Euro.
Das Nokia 130 von Microsoft kostet weniger als 20 Euro.
Foto: Microsoft

Möglicherweise interessanter als die Nokia-130-Specs sind allerdings die Aussagen, mit denen Microsofts neue Chefin des Telefongeschäfts Jo Harlow in der Ankündigung zitiert wird. "Während die Nachfrage nach preisgünstigen Mobiltelefonen kontinuierlich steigt, bleibt Microsoft seiner Linie treu und sorgt für marktführende mobile Innovation in sämtlichen Preisklassen", sagt Harlow.

Und weiter: "In Handsets wie etwa dem Nokia 130 sehen wir das enorme Potenzial, Menschen, die mit dem Kauf ihres ersten Gerätes liebäugeln, einen Einstieg in eine ‚erste mobile Welt‘ bieten zu können. Zudem investieren wir weiter in äußerst günstige Geräte, die Menschen in Kombination mit Microsoft-Services wie Bing, Outlook.com und OneDrive Zugang zu einer ‚ersten Cloud-Welt‘ verschaffen."

Das passt bestens zum neuen Mantra "Mobile first, Cloud first" von Microsoft-CEO Satya Nadella. Allerdings hatten viele Microsofts kürzlich angekündigte Restrukturierung mit Abbau von bis zu 18.000 Stellen zwischen den Zeilen dahingehend gedeutet, der Konzern werde das Geschäft mit billigen Telefonen ganz dreingeben. Die heutige Ankündigung liest sich da ganz anders - ob es sich um die Korrektur eines Missverständnisses oder einen Sinneswandel bezüglich Feature Phones handelt, sprich Microsoft dem Markt für "erste Telefone" doch treu bleibt, oder das Nokia 130 schlicht noch in der Pipeline war, bleibt vorerst abzuwarten.