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Microsoft kümmert sich um den jüngsten Office-Spross

21.04.2004

Das erstmal mit Office 2003 ausgelieferte "One Note" blieb den meisten Anwendern bisher verborgen und fristet ein weitgehend unbekanntes Dasein. Es handelt sich dabei um ein Programm, mit dem sich Informationsschnipsel aus unterschiedlichen Quellen sammeln und in einer Datenbank ablegen lassen. Neben handschriftlichen Notizen auf einem Tablet-PC kommen dafür Dokumente aus anderen Office-Anwendungen oder Ausschnitte aus Web-Seiten in Frage. Die im Zuge einer Recherche oder eines Projekts angehäuften Daten können mit Hilfe einer Volltextsuche durchforstet werden. Im Fall von Web-Ressourcen merkt sich das Tool die zu den Textfragmenten gehörige URL, so dass man die betreffende Site wieder ansteuern kann.

Entgegen den Prinzipien, die Microsoft seit der Einführung der Software Assurance befolgt, plant die Firma nun ein Service Pack für One Note, das nicht nur Fehler bereinigt, sondern wichtige neue Features hinzufügt. So kann das Programm nun auch Bilder, Videos und Bildschirmausschnitte importieren. Außerdem bietet es Anwendern von Pocket-PCs und Smartphones die Möglichkeit, Notizen und Sprachaufzeichnungen aus den mobilen Geräten zu überspielen. Um die gesammelten Informationen besser in Arbeitsabläufe oder Teamarbeit einbringen zu können, wird One Note zukünftig enger mit Outlook verzahnt. Daher können Informationsschnipsel direkt an Kalendereinträge und das Adressbuch gesandt werden. Weitere Neuerungen betreffen die Möglichkeit zur Verschlüsselung und Organisation von gesammelten Informationen.

Microsoft bietet derzeit eine Preview für das Service Pack 1 (SP1) zum Download an. Dieses beinhaltet das vollständige Programm und setzt keine bestehende Lizenz für Office oder One Note voraus. Sie kann daher als Schnupperversion bis Ende August 2004 genutzt werden.

De facto handelt es sich beim SP1 um ein vollwertiges Update. Es soll die notorischen Defizite ausbügeln, mit denen Microsofts Anwendungen in der Version 1.0 auf den Markt kommen. Das Unternehmen begründet die neuen Funktionen mit dem Feedback, das von Kunden gekommen sei. Microsofts Anstrengungen, One Note aus dem Dornröschenschlaf zu wecken, dürften allerdings auch noch eine andere Ursache haben. In der letzten Woche erschien das Konkurrenzprodukt "Onfolio", dem große Aufmerksamkeit zuteil wurde. Hinter der gleichnamigen Firma stehen bekannte Figuren aus der IT-Branche, allen voran Jeremy Allaire. Als Indiz für den geringen Bekanntheitsgrad von One Note dürfte den Microsoft-Managern aufgefallen sein, dass die breite Berichterstattung über Onfolio so gut wie nie auf den Konkurrenten aus Redmond verwies. (ws)