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Microsoft investiert massiv in China

28.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft will in den kommenden drei Jahren rund 750 Millionen Dollar in den chinesischen Markt investieren - die bislang größte Investition eines Softwareunternehmens im Reich der Mitte. Das Vorhaben wurde gestern zum Schluss eines zweitägigen Besuchs von Konzernchef Steve Ballmer angekündigt. Das Geld soll in Ausbildung, Schulungen, Fertigung sowie lokale Softwareunternehmen fließen. "Diese breite Palette an Investitionen und Kooperationen soll sowohl Chinas eigene Software als auch sein geistiges Eigentum unterstützen", erklärte Ballmer, ohne näher ins Detail zu gehen.

Mit seiner Finanzspritze in Industriestandards und -ethik hofft Microsoft unter anderem, die in China blühende Softwarepiraterie eindämmen zu können. Viele Microsoft-Programme sind bereits wenige Tage nach ihrem Erscheinen als Raubkopien zu Schleuderpreisen erhältlich. Bislang verfolgte der Redmonder Konzern eher einen Konfrontationskurs, der sich als eher kontraproduktiv herausstellte - viele Chinesen waren einfach sauer, weil aus ihrer Sicht die zu mehr oder weniger US-Preisen verkaufte Software ihnen keine andere Wahl ließ als schwarz zu brennen.

Zusätzlich zu den genannten 750 Millionen Dollar will Microsoft chinesische Institute aus Wissenschaft und Forschung mit 24 Millionen Dollar unter die Arme greifen. Eine weitere knappe halbe Million Dollar will Ballmer für die Gründung eines Software-College in Schanghai locker machen. (tc)