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Microsoft investiert in Inprise

09.06.1999
25 Millionen Dollar für zehnprozentigen Anteil

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der einstige Borland-Chef und frühere Erzfeind von Bill Gates, Philippe Kahn, wird vermutlich aus dem Kopfschütteln nicht mehr herauskommen: Microsoft beteiligt sich mit einer strategischen Investition von 25 Millionen Dollar an der aus Borland hervorgegangenen Softwareschmiede Inprise und erhält dafür einen zehnprozentigen Anteil an dem Unternehmen, das einst zu seinen ärgsten Widersachern zählte. Außerdem zahlt die Gates-Company Inprise weitere 100 Millionen Dollar für das Recht, eine Reihe von patentierten Technologien in Windows zu verwenden (und um diverse Urheberrechtsstreitigkeiten aus der Welt zu schaffen). Inprise erhält im Gegenzug Zugriff auf wichtige Interna der Windows-Betriebssysteme, die für den Anbieter von Entwicklungs-Tools von großem Wert sein dürften. In der jüngeren Vergangenheit hatte Inprise mit zahlreichen Problemen zu

kämpfen. Im Zuge einer Reorganisation wurde die Company Anfang dieses Jahres geteilt; ein E-Commerce-Ableger firmiert seither unter Borland.com. Im vergangenen April mußte auch der langjährige CEO (Chief Executive Officer) Del Yocam seinen Sessel für den ehemaligen Apple-Manager Dale Fuller räumen.