Geldspritze für Barnes & Nobles

Microsoft investiert in E-Books

30.04.2012
Apple und Amazon bekommen bei den elektronischen Büchern mächtig Konkurrenz: Der Software-Konzern Microsoft steigt in den boomenden Markt der elektronischen Bücher ein.
Neben dem Nook und anderen Tablets sollen künftig auch Windows-8-Tablets auf E-Books von Barnes & Noble zugreifen.
Neben dem Nook und anderen Tablets sollen künftig auch Windows-8-Tablets auf E-Books von Barnes & Noble zugreifen.

Der Windows-Konzern steckt dazu 300 Millionen Dollar in die entsprechende Sparte der größten US-Buchhandelskette Barnes & Nobles, die mit ihren Nook-Lesegeräten zu den schärfsten Rivalen von Apples iPad und Amazons Kindle gehört. Die Aktie von Barnes & Nobles schoss nach Bekanntwerden des Microsoft-Einstiegs vorbörslich nach oben und verdoppelte ihren Wert.

"Wir stehen an der Schwelle zu einer Revolution des Lesens", begründete Microsoft-Manager Andy Lees am Montag den Vorstoß. Eine der ersten Früchte der Partnerschaft wird eine Anbindung des kommenden PC- und Tablet-Betriebssystems Windows 8 an den Nook-Onlinestore sein. Barnes & Noble hat eines der größten Programme an E-Books in den USA. Erst vor einem Monat hatten die Amerikaner auch eine Niederlassung in Deutschland gegründet.

Um das E-Book-Geschäft voranzutreiben, wird die bisherige Sparte von Barnes & Nobles als Tochtergesellschaft ausgegründet. Microsoft wird für seine Millionen einen Anteil von 17,6 Prozent an der noch namenlosen Firma erhalten. Damit wird das Gemeinschaftsunternehmen mit insgesamt 1,7 Milliarden Dollar bewertet - das ist mehr als doppelt so viel wie die komplette Barnes & Nobles mit ihren knapp 700 Buchläden zuletzt an der Börse wert war.

Der Buchhandel in den USA steht unter enormen Druck. Die elektronischen Bücher haben sich hier viel schneller ausgebreitet als etwa in Deutschland. Die zweitgrößte Buchhandelskette Borders ist bereits pleite gegangen; auch Barnes & Nobles schwächelt bei den gedruckten Büchern. Die Partnerschaft mit Microsoft ließ die Aktie im vorbörslichen Handel um 70 Prozent hochschnellen. Mit dem Schulterschluss legen die zwei Firmen auch Streitigkeiten um Patente für den Nook-Tabletcomputer bei. (dpa/mb)