Kin

Microsoft-Handys ernten heftige Kritik

07.05.2010
Von pte pte
Gestern hat in den USA der Verkauf von Microsofts "Kin"-Handys begonnen.
Das "Kin 2" von Microsoft
Das "Kin 2" von Microsoft

Die Geräte mit Fokus auf soziale Netzwerke sollen nicht zuletzt jüngere Nutzergruppen ansprechen. In den zum Start der Microsoft-Handys veröffentlichten Testberichten wird vor allem das "Kin Studio", ein automatisches Online-Backup aller Aktivitäten, durchwegs als vielversprechender Ansatz bewertet. Insgesamt aber fallen die Kritiken eher negativ aus.

"Es ist ein einzigartig attraktives Gerät, dessen Benutzung ein Vergnügen ist", urteilt zwar das "Wall Street Journal". Doch selbst dieser vergleichsweise positiv ausfallende Test befindet, dass insbesondere die Kamera sowie die Social-Networking-Tools noch ausgereifter sein könnten. Andere Kritiker gehen mit den Geräten deutlich härter ins Gericht.

Viele Detailschwächen

Während Microsoft die integrierten Kameras als eines der zentraleren Features positioniert, ernten genau diese fast durch die Bank Kritik. Die Fünf-Megapixel-Kamera des kompakteren Kin One liefere bei normaler oder schwacher Beleuchtung unscharfe Bilder, so das "WSJ". Die Acht-Megapixel-Kamera des Kin Two lockt zwar mit 720p-Videoaufnahme. Doch "die Qualität ist nicht das, was wir erwartet haben", bringt das "Laptop Magazine" eine verbreitete Kritik auf den Punkt.

Das Magazin kritisiert auch die für das Gerät wesentliche "Loop"-Oberfläche zur Interaktion mit Twitter, Facebook und MySpace als verwirrend, räumt aber ein, dass sie Jugendlichen zusagen könnte. Gerade der Teen-Blogger Chaim Gartenberg befindet Loop auf "SlashGear" tatsächlich für "großartig" und macht damit Hoffnung, dass Microsoft bei Teenagern landen könnte. Insgesamt sind die Stimmen aber eher kritisch. So meint der "Boy Genius Report" wiederum, dass die Loop-Idee zwar gut, die Ausführung aber problematisch sei.

Ein großer Hoffnungsträger

Auch in den meisten anderen Punkten ist der allgemeine Tenor zu den Kins eher kritisch; manche Tests sind geradezu vernichtend. So urteilt Engadget, es handle sich um "Handys, die das Gefühl vermitteln, dass sie eingestampft werden sollten, bevor sie auf den Markt kommen". Insofern ist bemerkenswert, dass das selbst das äußerst kritische Technikblog das Kin Studio als wirklich vielversprechend einstuft.

Generell kommt bei den Testern gut an, dass sich dank Studio Inhalte wie SMS, E-Mails, Fotos oder Videos problemlos online sichern lassen. Dieses Cloud-Feature könnte sogar zukunftsweisend sein, wünscht sich doch etwa das "WSJ", dass alle Handys ein derartig sorgloses Online-Backup bieten würden. Ob das freilich den Kins selbst zum Erfolg verhelfen kann, ist fraglich. Das liegt nicht zuletzt am Preis der Geräte, der nach Ansicht vieler Kritiker trotz begrenzter Features und fehlendem App-Angebot zu nahe an echten Smartphones liegt. (pte)