Unter Jean Paoli

Microsoft gründet Tochter für mehr Offenheit

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Microsoft gründet seine Aktivitäten in Sachen Offenheit (Interoperabilität, offene Standards, Open Source) in ein eigenes Tochterunternehmen aus.
Microsofts Interop-Vordenker Jean Paoli wird President von Microsoft Open Technologies, Inc.
Microsofts Interop-Vordenker Jean Paoli wird President von Microsoft Open Technologies, Inc.
Foto: Microsoft

Diese firmiert unter Microsoft Open Technologies, Inc., und steht unter Leitung von Jean Paoli. Der seit Jahren für Microsoft tätige XML-Miterfinder wird mit seinem Interoperability Strategy Team den Kern der neuen Tochterfirma bilden, wie er in einem Blogpost ankündigt. Mit dieser Mannschaft habe er in der Vergangenheit bereits an Standards wie HTML5 (W3C), HTTP 2.0 (IETF), Cloud-Standards beim DTMF und der OASIS sowie an Open-Source-Umgebungen wie Node.js, MongoDB oder Phonegap/Cordova, schreibt Paoli - und natürlich geht es dabei vor allem um die Integration mit Microsoft-Angeboten wie Windows Azure und Windows Phone.

Paoli betont, dass Microsoft auch nach der Gründung von Microsoft Open Technologies weiterhin auf vielfältige Weise mit Open-Source- (Outercurve, Apache etc.) und Standards-Communities interagieren werde. Die Neugründung solle aber das Engagement in puncto Offenheit klarer definieren. Die neue Struktur werde die Interaktion zwischen Microsofts proprietären Entwicklungsprozessen und den offenen Innovations-Bemühungen und Beziehungen zu den offenen Communities erleichtern.

Microsoft werde mit dieser Struktur einfacher und schneller quelloffene Software iterieren und veröffentlichen, an bestehenden Open-Source-Projekten mitarbeiten und seinerseits Contributions aus der Community annehmen können, so Paoli weiter. Mit der Zeit werde die Community mehr Interaktion des Konzerns mit den Welten für offene Standards und Open Source feststellen. Was Microsofts Kunden wiederum mehr Auswahl und Möglichkeiten bringen werde, Microsoft- und Nicht-Microsoft-Technik in heterogenen Umgebungen gemeinsam zu nutzen.

Er freue sich jedenfalls auf die Zusammenarbeit auch mit einer Reihe neuer Open-Source-Projekte und Standardisierungsgremien, so Paoli abschließend. Welche das konkret sein werden, kann man im Augenblick allerdings nur spekulieren (so wie einige Leser in den Kommentaren unter dem Blog-Eintrag).