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Microsoft feiert Office 2010

Wolfgang Miedl arbeitet Autor und Berater mit Schwerpunkt IT und Business. Daneben publiziert er auf der Website Sharepoint360.de regelmäßig rund um Microsoft SharePoint, Office und Social Collaboration.
Heute ist es soweit: Microsoft gibt Office 2010 für Unternehmen frei. Hier ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen.

Laut interner Nummerierung ist Microsoft mit Office 2010 bei Version 14 angelangt. So mancher Kritiker fragt sich, ob 27 Jahre nach Word 1.0 und 25 Jahre nach Excel für Mac 1.0 überhaupt noch Raum für sinnvolle Innovationen vorhanden ist, besonders vor dem Hintergrund, dass die meisten neuen Features wenig später im kostenlosen OpenOffice oder gar in Web-Applikationen wie Google Docs auftauchen dürften. Beim letzten Release-Wechsel auf 2007 haben die Redmonder diese Fragen mit einem neuen Bedienkonzept gekontert, indem sie das 80er-Jahre-Modell der Menü- und Werkzeugleisten durch ein weitgehend auf Symbolen basierendes Funktionsband (Ribbon) ersetzten. Auch wenn es anfangs Kritik gerade aus der traditionellen Anwenderschaft hagelte - das Ribbon scheint inzwischen breite Akzeptanz gefunden zu haben.

Backstage - alle Funktionen hinter den Kulissen eines Dokuments: Der neue Datei-Reiter beherbergt - hier in Powerpoint 2010 - alle Weiterverarbeitungsfunktionen wie etwa das Speichern lokal, auf SharePoint oder im Web (Skydrive), Drucken mit Vorschau oder Konvertieren.
Backstage - alle Funktionen hinter den Kulissen eines Dokuments: Der neue Datei-Reiter beherbergt - hier in Powerpoint 2010 - alle Weiterverarbeitungsfunktionen wie etwa das Speichern lokal, auf SharePoint oder im Web (Skydrive), Drucken mit Vorschau oder Konvertieren.

Ähnlich Revolutionäres ist beim Nachfolger 2010 nicht zu erwarten, die Entwickler widmeten sich zunächst dem Feinschliff des User Interface. Zu den auffälligsten Änderungen an der Office-Oberfläche zählt die Abschaffung des großen runden "Start"-Knopfs links oben im Anwendungsfenster. An Stelle dieser "Innovation anno 2007" sitzt nun wie gehabt ein altbekanntes Mini-Icon. Das dazugehörige Menü, das viele Benutzer verwirrte, wurde ersetzt durch den neuen Ribbon-Reiter "Datei" - in Anlehnung an das frühere Datei-Menü. Allerdings beherbergt der farblich abgesetzte Reiter nun den neu geschaffenen "Backstage"-Bereich. Microsoft hat hier an einem Platz alle Funktionen zusammengeführt, die nicht die inhaltliche Bearbeitung, sondern das Dokument als Ganzes betreffen - zum Beispiel Drucken inklusive neuer Seitenvorschau oder das Versenden und Freigeben in verschiedensten Formaten und Speicherorten.

Highlights in Office 2010

  • Fotos und Videos direkt in Word und Powerpoint bearbeiten;

  • gemeinsame Dokumentenbearbeitung im Team mit Word, PowerPoint und OneNote;

  • Office Web Apps: Word, Excel, Powerpoint und OneNote im Browser;

  • Komprimieren redundanter E-Mail-Threads in Outlook;

  • bessere Datenanalyse und Darstellung mit Hilfe von Minidiagrammen (Sparklines) in Excel;

  • Publizieren beziehungsweise Vorführen von PowerPoint-Präsentationen per Browser an bis zu 100 Teilnehmer.