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Microsoft feiert Geburtstag

06.09.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit einer groß angelegten Party für seine Angestellten feierte Softwareriese Microsoft gestern seinen 25. Geburtstag. Vor rund 19 000 Mitarbeitern im gemieteten Baseballstadium Safeco Field in Seattle, Washington, sprachen Unternehmensgründer und "Chief Software Architect" Bill Gates sowie Chief Executive Officer (CEO) Steve Ballmer. Einlagen steuerte der US-Komiker Sinbad bei, außerdem gab die Rockband Cheap Trick ein Konzert.

Gates und Ballmer waren naturgemäß darum bemüht, gute Stimmung zu verbreiten und das Vertrauen in Microsoft als Arbeitgeber zu stärken - angesichts des noch nicht beendeten Kartellverfahrens und einer eher mäßigen Aktienentwicklung kein leichtes Unterfangen. "Damals im Jahre 1975 erkannten Paul Allen und ich das Potenzial, einen Hobby-Rechner in ein Gerät zu verwandeln, das die Welt revolutionieren sollte," resümierte Mitbegründer Bill Gates. "In 25 Jahren haben wir eine Menge Dinge erreicht, die für unmöglich gehalten wurden. Aber das beste kommt erst noch. An unserem 50. Geburtstag werden wir uns an noch wesentlich eindrucksvollere Dinge erinnern," versprach Gates seinen Zuhörern.

Auch in Ballmers Ansprache ging es neben der neuen Internet-Strategie ".NET" vor allem um Streicheleinheiten für die Mitarbeiter. Das habe Microsoft Marktforschern zufolge auch bitter nötig. Ein Meta-Group-Analyst kommentierte: "Microsoft muss seine Mitarbeiter jetzt davon überzeugen, dass die Company ein wichtiger Spieler im sich wandelnden Markt bleibt. Wenn das Unternehmen seine Angestellten nicht überzeugen kann, dann wird es auch den Markt nicht überzeugen."

Ein kleiner Rückblick

1975: Bill Gates und Paul Allen gründen Microsoft in Albuquerque, New Mexico. Die Firma hat drei Angestellte und erwirtschaftet 16 005 Dollar im ersten Jahr.

1978: Microsoft zieht um nach Bellevue, Washington. Jahresumsatz: eine Million Dollar.

1981: IBM bringt PCs mit Microsofts MS DOS auf den Markt.

1984: Microsoft erreicht Jahreseinnahmen von 100 Millionen Dollar.

1985: Microsoft bringt sein erstes Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche unter dem Namen "Windows" heraus.

1986: Umzug nach Redmond, nahe Seattle. Microsoft geht an die Börse für 21 Dollar je Anteil.

1989: Microsoft veröffentlicht Office 1.0 für Macintosh.

1990: Microsoft bringt Windows 3.0 auf den Markt.

1993: Das für den Unternehmenseinsatz konzipierte Betriebssystem Windows NT erscheint.

1995: Windows 95 verkauft sich in den ersten vier Tagen eine Million Mal.

1997: Microsoft bringt den mit Netscape rivalisierenden Browser Internet Explorer 4.0 heraus.

1998: Kartellverfahren der US-Regierung und 19 Bundesstaaten gegen den Softwareriesen beginnt.

2000: Bill Gates tritt als CEO zurück und wird "Chief Software Architect". Neuer Chef ist Steve Ballmer. Richter Jackson befindet Microsoft der Monopolbildung für schuldig. Das Unternehmen veröffentlicht Windows 2000 für Unternehmen und kündigt seine neue Internet-Strategie ".NET" an. Die Revision des Kartellverfahrens steht kurz bevor. Microsoft beschäftigt rund 40 000 Mitarbeiter und generiert einen Jahresumsatz von knapp 23 Milliarden Dollar (Fiskaljahr endete im Juli).