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Hotmail wird Outlook.com

Microsoft erneuert Webmail-Dienst

01.08.2012
Microsoft greift Googles Email-Dienst Gmail frontal an.
So sieht das im "Metro Style" neu gestaltete Outlook.com aus.
So sieht das im "Metro Style" neu gestaltete Outlook.com aus.

Der Software-Primus enthüllte am Dienstag sein Gegenstück Outlook.com in Anlehnung an den Namen seines verbreiteten Email-Programms. Outlook.com soll auf lange Sicht Hotmail ablösen - einen der ersten Email-Dienste, die es im World Wide Web überhaupt gab, und den Microsoft im Jahr 1998 aufgekauft hatte.

"Wir denken, es ist an der Zeit, die persönliche Email neu zu erfinden", erklärte der zuständige Microsoft-Manager Chris Jones im Firmen-Blog. Outlook.com breche mit der Vergangenheit und sei von Grund auf neu gestaltet worden. Nutzer von Hotmail sollen allerdings mit wenigen Mausklicks wechseln können mitsamt ihrer Emails, Kontakte und Einstellungen.

Die Oberfläche von Outlook.com ist im neuen "Metro"-Design betont schlicht gehalten. Microsoft wirbt mit dem, was unter der Haube steckt: Der neue Dienst lässt sich mit Sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook oder LinkedIn verknüpfen. Per Email zugesandte Dokumente lassen sich direkt anschauen und bearbeiten - Microsoft hat Outlook.com Online-Versionen seiner Büroprogramme Word, Excel und PowerPoint spendiert. Daten kann man direkt in Microsofts Online-Speicher Skydrive ablegen.

"Wir haben gemerkt, dass wir einen mutigen Schritt machen müssen", schrieb Jones. Noch sind allerdings nicht alle Funktionen verfügbar. So wird der von Microsoft übernommene Internettelefonie-Dienst Skype später integriert. Outlook.com, so verspricht Microsoft, sei kostenlos, verfüge über nahezu unbegrenzten Speicher, einen Spam-Schutz und bleibe in weiten Teilen werbefrei.

Microsoft bietet auch neue Adressen @outlook.com an - Windows-Phone-Nutzer bekommen damit allerdings ein Problem...
Microsoft bietet auch neue Adressen @outlook.com an - Windows-Phone-Nutzer bekommen damit allerdings ein Problem...

"Wir scannen Ihre Email-Inhalte oder Anhänge nicht und verkaufen sie nicht an Werbetreibende oder andere Firmen", versprach Jones. Das war ein Seitenhieb auf Google, dessen Systeme das Gmail-Postfach automatisch durchforsten, um passende Textwerbung einzublenden. "Wir lassen Sie entscheiden, ob Sie ihren Email-Account mit Sozialen Netzwerken verknüpfen wollen und welches Sie dann nutzen möchten", stichelte Jones weiter. Gmail ist mit dem Sozialen Netzwerk Google+ verzahnt.

Hotmail war 1996 gegründet worden. Gmail kam 2004 heraus. Der Google-Dienst punktete vom Fleck weg mit einem damals unglaublichen Speicherplatz von einem Gigabyte. Konkurrenten hatten wesentlich weniger Speicher oder kosteten Geld. Auch die Suchfunktion für Emails stach bei Googles Dienst heraus. Gmail kommt auf etwa 425 Millionen Nutzer, Hotmail wird auf 350 Millionen geschätzt. (dpa/tc)