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Microsoft einigt sich mit Be

08.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft hat eine außergerichtliche Einigung mit dem kalifornischen Softwareentwickler Be Inc. erzielt: Mit der Zahlung von mehr als 23 Millionen Dollar legt die Gates-Company die bereits seit Februar 2002 laufende Antitrust-Klage bei, ohne jedoch ein Schuldeingeständnis abzugeben.

Die nur noch als Torso bestehende Softwareschmiede aus Mountain View hatte die Redmonder beschuldigt, sie hätten mit ihrem wettbewerbswidrigen Geschäftsgebaren praktisch den gesamten Marktwert (von einst über einer Milliarde Dollar) von Be vernichtet (Computerwoche online berichtete).

Die 1997 gegründete Company hatte versucht, mit ihrem von Grund auf neu geschriebenen Multimedia-Betriebssystem "BeOS" den Markt aufzurollen - allerdings ohne kommerziellen Erfolg. Mitschuld tragen soll daran unter anderem Microsoft. Be behauptet in seiner Klage beispielsweise, die Gates-Company habe PC-Hersteller wie Compaq und Hitachi aus Windows-Lizenzgründen genötigt, keine PCs mit Be-OS in Dual-Boot-Option anzubieten.

Als Konsequenz aus dem mangelnden Geschäftserfolg hatte das Unternehmen schon Ende 2001 seine Vermögenswerte an Palm verkauft. Seit damals existiert Be nur noch auf dem Papier weiter, um seine Klage gegen Microsoft weiterzuführen. (mb)