Zwingt Nutzer auf Windows Live Mail

Microsoft dreht Hotmail-Zugriff über Outlook Express ab

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Ende Juni unterbindet Microsoft den Zugriff auf Webmail-Postfächer seines "Hotmail"-Dienstes über sein älteres E-Mail-Programm "Outlook Express".

Kunden, die ihre Hotmail-Nachrichten weiterhin mit einer kostenlosen Software offline lesen wollen, müssen dann auf den OE-Nachfolger "Windows Live Mail" umsteigen. Mit dem Office-Programm "Outlook" soll der Hotmail-Zugriff auch weiterhin möglich sein. Dazu muss allerdings die Zusatzsoftware "Outlook Connector" aktualisiert werden. Überdies lassen sich Hotmail-E-Mails mit POP3-fähigen Programmen wie dem quelloffenen "Thunderbird" von Mozilla sowie auf dem Mac mit dem Outlook-Pendant "Entourage" abholen. Hotmail ist zumindest in den USA hinter "Yahoo! Mail" der zweitpopulärste Webmail-Dienst.

Outlook Express wurde von Microsoft erstmals zusammen mit dem Internet Explorer 4.0 im Jahr 1997 eingeführt. Das letzte Update auf Version 6.0 erfuhr der Simpel-Mailer im August 2004. Microsoft schaltet nun das von OE für den Hotmail-Zugriff verwendete DAV-Protokoll ab, weil es für viele Nachrichten und große Postfächer (derzeit bietet Hotmail 5 GB Speicherplatz kostenlos) einfach zu langsam arbeitet. Windows Live Mail nutzt stattdessen eine neue Technik namens "Deltasync", die nicht mehr den gesamten Inbox-Inhalt überträgt, sondern nur noch die Änderungen gegenüber der letzten Abfrage. (tc)