Office zur Miete

Microsoft drängt auch Privatkunden in Richtung Software-Abo

30.01.2013
Microsoft will sein Office-Paket mit einem Mietangebot und Touch-Funktionen attraktiver für Endkunden machen.
Geht es nach Microsoft, dann kaufen sich Privatkunden am besten das Software-Abo "Office 365 Home Premium".
Geht es nach Microsoft, dann kaufen sich Privatkunden am besten das Software-Abo "Office 365 Home Premium".
Foto: Microsoft

Das gestern in Hamburg und New York offiziell präsentierte "Office 2013" soll nach den Plänen des weltgrößten Softwarekonzerns von den Kunden vor allem in einem Software-Abo unter der Marke "Office 365" bezogen werden. Das neue Office lässt sich mit Maus und Tastatur, auf berührungsempfindlichen Bildschirmen aber auch mit einem Stift oder den Fingern bedienen.

Zwar wird es das Büro-Programm für private Anwender auch künftig als Kauf-Software "Office Home and Student 2013" geben - gegen einen Aufpreis von knapp zehn Euro auch auf DVD. Doch mit etlichen Zugaben und Lizenzerweiterungen möchte das Unternehmen den Umstieg auf das Abo schmackhaft machen. "Wir setzen voll auf die Mietsoftware", erklärte der Deutschland-Chef von Microsoft, Christian P. Illek.

Die neue Mietvariante "Office 365 Home Premium" kostet 99 Euro im Jahr oder zehn Euro im Monat; einen Monat lang kann man sie kostenlos ausprobieren. Der Kunde darf die Programmsammlung dafür auf bis zu fünf Rechnern (Windows-PCs oder Macs, hier steht eine neue Office-Version allerdings noch aus) gleichzeitig benutzen und erhält stets die neuesten Programmversionen. Das Windows-Paket umfasst die Anwendungen Word, Excel, PowerPoint und OneNote - aber auch die Datenbank Access, die Layout-Software Publisher sowie die Produktivitätssoftware Outlook, die in der Kaufvariante von Office für Privatanwender nicht enthalten sind und in der Vergangenheit teuren Unternehmensversionen vorbehalten waren.

Office Home and Student 2013 darf man exoplizit nicht kommerziell verwenden.
Office Home and Student 2013 darf man exoplizit nicht kommerziell verwenden.
Foto: Microsoft

Die Kaufsoftware kostet einmalig 139 Euro. Die Lizenz gilt dann zeitlich unbefristet, allerdings nur für einen Rechner. Außerdem fehlen Zugaben wie 20 Gigabyte Skydrive-Speicher oder 60 Freiminuten für den Internet-Telefoniedienst Skype, die Microsoft den Kunden von "Office 365" bietet. Das Abo für Office 365 muss nach Ablauf der Jahresfrist jeweils kostenpflichtig erneuert werden, wenn man das Paket anschließend weiter nutzen möchte.

Über seine Cloud-Dienste bietet Microsoft außerdem an, dass Dokumente und persönliche Einstellungen über die verschiedenen Rechner hinweg synchronisiert werden. Für die Einrichtung von Office 365 Home Premium wird eine Internetverbindung benötigt, die Programme lassen sich aber natürlich grundsätzlich auch offline benutzen.

Für Unternehmen mit Office-365-Abonnements wird Office 2013 allerdings erst am 27. Februar eingeführt. Admins müssen sich aber natürlich bereits jetzt mit den Auswirklungen der neuen Home-Premium-Version auseinandersetzen: Deren Lizenbedingungen schreiben nämlich ausdrücklich den nichtkommerziellen Einsatz vor - und damit bestückte Endgeräte darf man somit eigentlich nicht ins Firmennetz lassen, solange das Unternehmen nicht Office-Volumenlizenzkunde mit Software Assurance ist und für seine Mitarbeiter das Home Use Program zahlt - oder eben ab Ende Februar einen der Business-Lizenzpläne von Office 365 abonniert.

Die Office-Sparte von Microsoft ist direkt nach dem Geschäft mit dem Betriebssystem Windows der wichtigste Umsatzbringer des Softwareriesen. Im jüngsten Quartal erzielte die Microsoft Business Division mit 5,7 Milliarden Dollar mehr als ein Viertel des Konzernumsatzes. "Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit nutzen Office privat oder beruflich", betonte Illek.

Mit dem Marktstart der Office-Programme schließt Microsoft eine der größten Produkt-Erneuerungsserien in seiner Unternehmensgeschichte ab, die im Herbst 2012 mit der Vorstellung neuer Server-Programme begonnen hatte. Danach brachte der Konzern das neue Windows 8, den Tablet-Computer Surface sowie die neue Generation seines Smartphone-Systems Windows Phone 8 auf den Markt. (dpa/tc)

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Macianerin
Die Aboabzocke von Microsoft und auch anderen Herstellen ist ein absolutes No-Go. Klar paßt denen das nicht, wenn wie z.B. bei MS Office 2003 noch 2010 auf vielen Rechnern lief und nicht neu angeschafft wurde. Das soll nun, nicht mit Innovation als Kaufanreiz, sondern mit Dauerbezahlung gelöst werden. Ich denke mal meine Studentenversionen von Office 2010 Prof. und Office Mac Business werden noch sehr lange in Nutzung sein, da ich dieses Abzockmodell auf keinen Fall nutze. Und bis meine Software nicht mehr läuft, habe ich mich mit den günstigeren und teils besseren Varianten der Mac-Office-Alternativen vertraut gemacht.

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