Gesunkene Marktanteile

Microsoft der große Verlierer im Plattform-Krieg

14.12.2012
Die Investment-Bank Goldman Sachs hat untersucht, wie sich das Aufkommen moderner Smartphones und Tablets auf die Computerbranche ausgewirkt hat und kommt auf erstaunliche Ergebnisse.
Mit dem Touch-optimierten Windows 8 versucht Microsoft Marktanteile zurückzugewinnen.
Mit dem Touch-optimierten Windows 8 versucht Microsoft Marktanteile zurückzugewinnen.
Foto: Microsoft

Durch die mobilen Geräte sei der Markt für die sogenannten "Computing Devices" sichtlich umgewälzt und deutlich heterogener geworden, zitiert die "Seattle Times" aus der Goldman-Sachs-Studie. Der große Verlierer sei Microsoft. Der Studie zufolge ist das Windows-Betriebssystem des Unternehmens zwar - wenig überraschend - immer noch die dominierende Plattform für Desktop-Computer und Laptops. Betrachtet man jedoch den gesamten Markt von Geräten mit einem Betriebssystem liegt Windows - und das überrascht dann doch - nur noch auf Platz 3, hinter den mobilen Betriebssystemen von Apple und Google.

In Zahlen ausgedrückt, kam Google 2011 auf einen Marktanteil von 33 Prozent, Apple und Microsoft folgen mit 25 Prozent und 23 Prozent Marktanteil. Dazu gibt es einen großen Rest anderer Betriebssysteme, unter dem wohl Plattformen wie Bada, Linux oder Blackberry OS subsummiert sind. Wie gesagt, die Dominanz von Microsoft im Desktop-Bereich hat sich kaum verändert. Allerdings nutzen immer mehr Menschen statt dessen oder zusätzlich Smartphones und Tablets.

So ermittelte der Marktforscher Canalys, dass im Jahr 2011 erstmals mehr Smartphones als PCs weltweit verkauft wurden. 158,5 Millionen ausgelieferter Taschen-Computer stand im vergangenen Jahr ein Absatz von 120,2 Millionen Schreibtisch-Rechnern entgegen. Nach Meinung der Berater drückt vor allem die neue Gattung der Tablets auf die PC-Verkäufe. Die Attraktivität von Tablets wird auch durch Goldman Sachs bestätigt. Nach Meinung des Unternehmens werden die Flachbretter zu sogenannten "Anker-Geräten". An ihnen werden die Kunden ihre Entscheidung für ein Betriebssystem in Zukunft ausrichten.

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MoinMoin
Ich merke selbst in meinem Umfeld wie Microsoft aus dem privaten Haushalt verschwindet. Meine Freundin und ich nutzen jetzt iPads, das Notebook verstaubt in der Ecke. Und im Freundeskreis gibts auch zunehmend iPad bzw. andere Tablets. Microsoft wird bei Neuerscheinungen nicht mehr erwähnt und auch nicht weiter vermisst. Windows 8 will sich auch kaum einer antun, wozu auch..

MBremmer
Also "Äpfel mit Birnen" werden hier nicht unbedingt verglichen, denn Smartphones und Tablets werden heute von vielen privat schon oft für Tätigkeiten genutzt, für die sie früher ihren PC angeschmissen haben, z.B. Spiele, Mails, Surfen im Web. Und auch im Business sind etliche Beispiele bekannt, wo z.B. Tablets im Außendienst eingesetzt werden... Und um zurück zur Kernaussage von Studie und Beitrag zu kommen: Etliche geben daher ihr Geld jetzt für ein mobiles Gerät aus, kaufen passend zu iPhone oder iPad nun einen Apple-Rechner anstatt eines neuen Windows-PCs und das tut dann auch Microsoft weh...Und ich finde, die Bemühungen des Softwareriesen, im Mobile-Bereich mit Windows 8 und Windows Phone 8 wieder Fuß zu fassen, bestätigen dies...

Querschläger
Da Goldman-Sachs für Journalisten so etwas ähnliches ist wie der Papst für einen Katholiken, lassen wir den inhaltlichen Wert der Studie erst einmal sacken! Das was im Handy oder Tablet-PC als "Betriebssystem" bezeichnet wird, ist für einen PC nicht brauchbar. Also das übliche "Äpfel mit Birnen"-Spiel. Wenn man die Betriebssysteme von Waschmaschinen mit dazu nimmt ist vielleicht wieder Siemens in den Top-Ten dabei oder Bosch bei der automotiven Prozessor- und Anwendungssteuerung. Aber es macht halt schon was her: Google und Apple vor Microsoft! Ganz großer, gewohnt unkritischer und marketingkonformer Journalismus. Passend dazu: die Diashow für Windows 8, dem ersten fachhandelsfreien Betriebssystem auf Handyniveau! Ich bin der Meinung hier läuft etwas aus der Bahn. Mehr humane Kontrolle und mehr redigierte Pressemitteilungen wünsche ich mir als Professional für 2013! Qualität - statt Masse!

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