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Microsoft buhlt um Peoplesoft-Kunden

11.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wenige Tage nachdem Oracle die Übernahme von Peoplesoft offiziell für abgeschlossen erklärt hat, startet Microsoft eine Initiative, um Peoplesoft-Kunden abzuwerben. Der weltgrößte Softwarekonzern bietet Umsteigern finanzielle Vorteile sowie zusätzliche Services. Demnach sollen Peoplesoft-Anwender, die auf Microsofts ERP-Produkte umschwenken, einen Rabatt von 25 Prozent auf die Lizenzkosten sowie sämtliche Supportleistungen im ersten Jahr erhalten. Außerdem will der Konzern den Kunden eine strategische Beratung und Software-Tools für die Migration offerieren. Das Angebot gilt bis zum 22. Juni dieses Jahres und kann über Microsoft-Partner weltweit beantragt werden.

Die Peoplesoft-Kunden müssten jetzt eine Entscheidung treffen, ob sie ihre Wartungsverträge verlängern, drängt Tami Reller, Vice President für das Marketing bei Microsoft Business Solutions (MBS). Dies bedeute jedoch in aller Regel massive Investitionen. Konkrete Zahlen, wieviele Interessenten sich bereits bei Microsoft gemeldet hätten, wollte Reller nicht verraten. Zum Großteil seien es J.D.-Edwards-Anwender, die sich für die Microsoft-Produkte interessierten. Peoplesoft hatte J.D. Edwards 2003 übernommen.

Microsoft will mit seiner Aktion alle Peoplesoft-Kunden adressieren. Neben den eher mittelständisch orientierten "World"- und "Enterprise One"-Anwendern könnten auch Großunternehmen mit Peoplesofts "Enterprise"-Lösungen auf Microsoft-Produkte wechseln, wirbt die Microsoft-Managerin. Analysten bezweifeln jedoch, dass Microsoft mit seinem Programm großen Erfolg haben wird. Unternehmen, die Millionen Dollar für eine Peoplesoft-Lösung ausgegeben hätten, würden ihre Systeme nicht ohne weiteres umkrempeln, nur weil Microsoft einen Rabatt anbiete, erläutert Jim Shepard von AMR Research. (ba)