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Microsoft bringt Nachrichten auf die Armbanduhr

05.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft hat nun Details zur erstmals auf der Comdex im November 2002 vorgestellten "SPOT"-Technologie (Smart Personal Objects Technology) verraten (Computerwoche online berichtete). Demnach sollen erste Dienste unter der Bezeichnung "MSN Direct" ab dem vierten Quartal dieses Jahres in den USA und in Kanada zur Verfügung stehen. Anwender können gegen eine monatliche Gebühr von knapp 10 Dollar oder einen Jahresbeitrag von 60 Dollar Kurznachrichten, Informationen über Wetter und Verkehr, Börsenkurse und Restaurantführer abrufen. Dazu benötigen sie eine SPOT-fähige Armbanduhr, über die sich auch via MSN Messenger verschickte Mitteilungen und Termine von Microsoft Outlook abrufen lassen sollen. Die Dienste sind weitgehend Text-basierend, lediglich zur Anzeige der

Wetterinformationen dienen Icons.

Entsprechende Uhren sollen in Nordamerika rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt kommen. Sie werden von sechs bis acht Herstellern zu Preisen zwischen 150 und 300 Dollar produziert, darunter Fossil, Citizen und Suunto. Sie sind mit einer CPU von Arm sowie Speicherchips und einem Funkempfänger ausgestattet. Im ROM (Read Only Memory) ist eine abgespeckte Version der CLR-Umgebung (Common Language Runtime) abgelegt. Mit den integrierten Akkus sollen sich die Funktionen drei bis fünf Tage ohne Nachladen nutzen lassen.

Zur Datenübertragung nutzt Microsoft "DirectBand", das die Informationen mittels 100-Megahertz-Frequenz überträgt. Auf vergleichbare Weise senden Radiostationen zum Beispiel Senderkennungen über RDS (Radio Data System) auf die Displays von Autoradios. DirectBand wurde gemeinsam mit SCA Data Systems entwickelt. Um das Netz zu betreiben, hat Microsoft Kooperationen mit mehreren Broadcastern in den USA und Kanada wie Entercom, Clear Channel und Rodgers geschlossen, die entsprechende UKW-Frequenzen über rund 250 Radiosender in 100 amerikanischen Städten und Teilen Kanadas bereitstellen. (lex)