Unified Communications

"Microsoft bringt frischen Wind in die TK-Branche"

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Mit Zig Serafin, Chef von Microsofts Unified Communications Group, diskutierten die CW-Reakteure Manfred Bremmer und Jürgen Hill über die Rolle des Konzerns als Anbieter von Kommunikationslösungen.

CW: Viele ITK-Companies propagieren heute Unified Communications (UC) als die Technik der Zukunft. Allerdings scheint jedes Unternehmen etwas anderes darunter zu verstehen.

Serafin: Sie haben vollkommen Recht. Die Frage nach der Definition von Unified Communications wird viel zu selten gestellt. Traditionelle TK-Unternehmen stellen den Begriff Unified Communications oft einfach als Präfix vor die Bezeichnung ihrer bereits vorhandenen Produktpalette. In unseren Augen definiert Unified Communications aber eine komplett neue Kategorie von Kommunikationssystemen.

CW: Wo sehen Sie das Alleinstellungsmerkmal Ihrer UC-Lösung im Vergleich zu anderen Wettbewerbern?

Zig Serafin, Chef der Unified Communications Group bei Microsoft, ist davon überzeugt, dass Software die alten TK-Systeme ablöst.
Zig Serafin, Chef der Unified Communications Group bei Microsoft, ist davon überzeugt, dass Software die alten TK-Systeme ablöst.
Foto: Microsoft

Serafin: Ganz einfach, Microsoft bringt die Innovationsgeschwindigkeit der Softwareindustrie in den eher behäbigen TK-Markt. Deshalb werden sich unsere Ansätze von anderen in Zukunft gravierend unterscheiden. Die Strategie der etablierten TK-Player besteht darin, vorhandene Technologien wie TK-Anlagen im Zuge eines Faceliftings zu reproduzieren. Wir bringen dagegen neuen Wind in die Branche, denn unser Ansatz heißt Software. Softwarebasierende Kommunikationslösungen werden unsere Art zu kommunizieren so stark verändern, wie der Laptop im Vergleich zur Schreibmaschine das Schreiben revolutionierte.

CW: Warum?

Serafin: Weil die Softwaretechnologie die alten Systeme ablösen wird, die ursprünglich als Stand-alone-Geräte entwickelt wurden. Nehmen Sie als Beispiel nur die zahlreichen Audio- und Videokonferenzsysteme. Diese hatten in der Vergangenheit ihre eigene Hardware, Prozessoren, Schnittstellen und Standards. Dazu kam dann oft noch eine eigene Infrastruktur für die Übertragung. Ähnliches gilt für die klassischen TK-Anlagen, die beispielsweise alle ihre eigenen Teilnehmerverzeichnisse (neudeutsch Directories) verwenden. Dieses Konzept wird durch Unified Communications abgelöst. In einem UC-Umfeld sind dies nur noch Features, die eine Softwareumgebung anbietet. Es geht also nicht mehr wie bisher um die Integration unterschiedlicher Techniken, sondern um eine ganzheitliche Softwarelösung.

CW: Und welchen Mehrwert hat das für den Anwender, wenn wir das viel zitierte Beispiel "Presence Management" beiseite lassen?

Serafin: Der User erhält ein viel persönlicheres Kommunikationserlebnis. In der Unified-Communications-Welt kann er sich darauf konzentrieren, wie er mit anderen Menschen kommuniziert, ohne dass er sich Gedanken darüber macht, ob die unterschiedlichen Endgeräte überhaupt kompatibel sind. Aus Sicht der IT-Abteilung hat UC den Vorteil, dass bereits getätigte Investitionen in die IT-Infrastruktur wie etwa Active Directory oder Security- und Policy-Management direkt für das Kommunikations-Management genutzt werden können.

CW: Und in finanzieller Hinsicht?