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Microsoft: Bisschen BI schadet nie

24.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft bereitet seine Attacke auf ein neues Segment des Softwaremarkts vor - Lösungen zur Analyse von Unternehmensdaten (Business Intelligence oder kurz BI), wie sie Business Objects oder Cognos anbieten. Der Redmonder Konzern kündigt heute an, dass er ab dem 1. November den "Business Scorecard Manager" anbieten will, mit dem sich Vertriebs- und Kundendaten in Berichte über ausgewählte Teile des Geschäfts verwandelt lassen.

Diese Server-Software (ursprünglich unter dem Codenamen "Maestro" entwickelt, siehe "Microsoft plant weitere BI-Software") wird Daten mit anderen Microsoft-Produkten austauschen, etwa der Datenbank SQL Server und Teilen der Office-Bürsosuite (speziell Excel), berichtet das "Wall Street Journal". Der Scorecard Manager soll demnach rund 5000 Dollar kosten, dazu kommen 175 Dollar für jeden Nutzerarbeitsplatz. Das sei deutlich günstiger als der Wettbewerb, erklärte Microsoft.

Die allerdings finden, dass Microsoft nichts Neues zu bieten habe und außerdem zu spät in den Markt einsteige. "Microsoft ist nicht nur spät dran, wir bringen auch auf ihrer Plattform Innovationen viel schneller als sie", erklärte etwa Rene Bonvanie, Marketingchef von Business Objects.

Microsoft "spielt" ja nun des Öfteren in neuen Märkten erst einmal so lange herum, bis es seine Technik so weit entwickelt hat, um eine ausreichende Kundenzahl anzuziehen. In diesem Fall kündigt es auch neue BI-Features als (kostenlose) Zusätze für das kommende "Office 12" an. Excel soll etwa auf Sharepoint-Servern gelagerte zentral verwalten, Daten besser visualisieren und eine persistente Verbindung zu Backend-Systemen wie SAP oder Siebel halten können.

"Längerfristig werden die Wettbewerber ihre Produktpläne umstellen müssen", vermutet deswegen Peter O'Kelly, Analyst bei der Burton Group. "Die Kunden werden sagen: 'Erzählt mir doch bitte mal, wieso ich dafür zweimal zahlen soll'." (tc)