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Microsoft bezahlt Firmen für die Nutzung seiner Suchmaschine

19.03.2007
Trotz aller martialischen Ankündigungen von Steve Ballmer, Googles Marktdominanz zu brechen, fällt Microsofts Suchdienst immer weiter zurück. Jetzt wollen sich die Redmonder Kunden kaufen.

Untersuchungen von Nielsen Netrating zufolge ging der Marktanteil von Microsofts Web-Suchmaschine von Anfang 2005 bis Mitte 2006 um zirka fünf Prozent auf unter zehn Prozent zurück. Google andererseits beantwortet in den USA mittlerweile jede zweite Suchanfrage im Web, in Europa liegt der Marktanteil des Branchenprimus noch deutlich höher.

Wenig nachgefragter Suchschlitz: Microsoft möchte seiner Suchmaschine mit finanziellen Belohnungen für Firmen auf die Sprünge helfen.
Wenig nachgefragter Suchschlitz: Microsoft möchte seiner Suchmaschine mit finanziellen Belohnungen für Firmen auf die Sprünge helfen.

Microsoft setzt nun auf seine enormen finanzielle Möglichkeiten, um sich in den Suchmarkt einzukaufen. Dazu gehören Abkommen mit PC-Herstellern, die Microsoft Browser-Erweiterung "Live Toolbar" installieren und damit die Vorgabewerte des Internet Explorer im Sinne der Redmonder setzen (siehe: "Microsoft möchte Google Anteile im Suchmarkt wegkaufen").

In einem weiteren Vorstoß möchte Microsoft große Firmen zum Umstieg auf "Live Search" bewegen, indem sie für die Nutzung der Suchmaschine finanziell belohnt werden. Ein Programm mit der Bezeichnung "Microsoft Service Credits for Web Search" soll Anwender mit Software und Services aus Redmond im Wert von 2 bis 10 Dollar pro Jahr und Arbeitsplatz honorieren. Bei der Anmeldung gibt es zudem eine einmalige Gutschrift von 25 Dollar pro PC. Teilnehmer dieser Aktion müssen eine Browser-Erweiterung installieren, mit der sich die tatsächliche Nutzung von Microsofts Suchmaschine messen lässt. Auf dieser Grundlage errechnet sich die Prämie für das Unternehmen. Microsoft wirbt in einer Beispielkalkulation damit, dass eine Firma mit 10000 angemeldeten PCs und hoher Nutzungsrate rund 120000 Dollar jährlich gutgeschrieben erhält. In einer Anleitung schlagen die Redmonder interessierten Unternehmen auch Maßnahmen vor, wie sie dieses Programm intern umsetzen können. Dazu zählt auch, dass sie Toolbars von Konkurrenten wie Google und Yahoo von den Arbeitsplatzrechnern entfernen.

Nach Microsofts Bekunden dient das Premienprogramm dazu, mit Hilfe des Feedbacks aus den Firmen die eigene Enterprise-Suche zu verbessern. Wenn es den Redmondern gelingt, unter Einsatz ihrer wirtschaftlichen Macht zahlreiche Firmennutzer zu gewinnen, dann dürfen sie darauf hoffen, dass diese Anwender auch in ihrer Freizeit bei Live Search bleiben. Außerdem verlangen die Service Credits for Web Search den Einsatz des Internet Explorer 7. Auf diese Weise könnte Microsoft den Vormarsch des freien Firefox-Browsers bremsen. (ws)