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Microsoft beruhigt Visual-Basic-6-Entwickler

17.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft hält trotz zahlreicher Proteste seitens der Entwicklergemeinde an seinen Plänen fest, den freien Support für "Visual Basic 6" (VB 6) zum Monatsende einzustellen (COMPUTERWOCHE berichtete). Von diesem Zeitpunkt an wird jeder Kontakt zum Support-Center kostenpflichtig, auch für kritische Updates (Hot Fixes) wird der Benutzer zur Kasse gebeten.

S. "Soma" Somasegar, Corporate Vice President von Microsofts Tools Division, erklärt in seinem Weblog, Microsoft stelle den Support keineswegs ein, sondern lasse ihn sich in Zukunft lediglich bezahlen. Diese Entscheidung sei bereits 2002 angekündigt worden. Außerdem seien VB-6-Entwickler seit 1998, also sieben Jahre lang, in den Genuss einer kostenlosen Unterstützung gekommen.

Um die Entwickler nicht zu verlieren, will Microsoft sie künftig intensiver dabei unterstützen, sich an "VB .NET" und "VB 2005" zu gewöhnen. Auf der Entwickler-Site MSDN sollen entsprechende Informationen in einem eigens eingerichteten "VB Upgrade Center" bereitgestellt werden. Außerdem sollen Anwender von VB 2005, das Mitte des Jahres herauskommen soll, einige "Easy-to-Use"-Werkzeuge (unter anderem "Edit and Continue") an die Hand bekommen, die sie aus ihrer "klassischen" VB-Umgebung kennen.

Auch Entwicklungschef Brad McCabe versucht in seinem Blog, aufgebrachte Programmierer zu beruhigen. Wer MSDN-Abonnent sei oder einen "Premier"- beziehungsweise "Alliance"-Support-Vertrag besitze, für den ändere sich am Support gar nichts. Außerdem weist er darauf hin, dass die Neuregelung nur die Entwicklungsumgebung und keine produktiven Anwendungen betrifft. Die VB-Runtime werde zusammen mit Windows XP ausgeliefert und sei an dessen Support-Bedingungen geknüpft. (hv)