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Neue Virtual Machine

Microsoft arbeitet an Java-Kompatibilität

08.12.1998
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Neue Virtual Machine

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft hat eine neue Java Virtual Machine (JVM) für seine 32-Bit-Betriebssysteme freigegeben und beugt sich damit dem Urteil aus dem Java-Prozeß mit Sun Microsystems. Der Richter hatte der Gates-Company auferlegt, binnen 90 Tagen eine neue Java-Umsetzung mit Unterstützung des von Sun als Standard-Programmierschnittstelle vorgeschlagene "Java Native Interface" (JNI) bereitzustellen. Microsoft hatte bisher lediglich die selbstgestrickten Alternativen "Raw Native Interface" (RNI) und "J/Direct" implementiert. Neben der offiziell vorhandenen Kompatibilität soll die virtuelle Maschine dank eines neuen Just-in-time-Compilers auch schneller geworden sein. Außerdem haben die Entwickler dem Vernehmen nach die Debugging- und Plug-in-Fähigkeiten verbessert. Ganz aus dem Schneider ist Microsoft damit allerdings noch nicht. Andere Anwendungen aus Redmond, vor allem die Java-Entwicklungswerkzeuge, müssen nach Aussagen von Group Manager Charles

Fitzgerald noch an JNI angepaßt werden. Die neue Java-Laufzeitumgebung kann ab sofort von Microsofts Site geladen werden. Wer nur seinen Internet-Explorer 4 um JNI erweitern möchte, kann ein kleineres Update von einer zusätzlich eingerichteten Seite herunterladen.