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Microsoft ändert Lizenzpolitik für Server-Produkte

11.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft hat eine Änderung seines Preissystems für mehrere Server-Produkte angekündigt. Davon profitieren sollen Anwender, die die Software auf partitionierten Multiprozessor-Servern einsetzen. Das modifizierte Lizenzmodell tritt zum 1. April in Kraft.

Microsoft-Kunden, die beispielsweise die Datenbank SQL Server auf einem Acht-Wege-Rechner nutzten, mussten bislang Lizenzen für alle acht Prozessoren bezahlen, selbst wenn die Software nur vier CPUs nutzte. Das soll sich mit dem neuen Lizenzmodell ändern. Künftig würden die Gebühren nur noch an den tatsächlich genutzten Prozessoren in einem partitionierten Rechner bemessen, erklärte Rebecca LaBrunerie, Chefin von Microsofts Lizenzprogramm.

Das modifizierte "Pro-Prozessor"-Lizenzmodell gilt den Angaben zufolge für insgesamt acht Server-Produkte des Softwarekonzerns, darunter SQL Server 2000, Biztalk Server 2002, Internet Security and Acceleration Server 2000, Commerce Server 2002 und Content Management Server 2002.

Von Interesse sind die neuen Bedingungen vor allem für Anwender, die mehrere Ein- oder Zweiprozessor-Server auf einem großen Multiprozessor-System konsolidieren, um auf diese Weise Hardware- und Verwaltungskosten zu sparen. Besonders Großkunden könnten damit ihre Softwarelizenzgebühren erheblich senken, kommentierte Gartner-Analyst Alvin Park den Schritt der Gates-Company.

Nach Angaben von LaBrunerie plant Microsoft, das Modell auch auf das Betriebssystem Windows 2000 Server auszuweiten. Die Entscheidung passt zu der kürzlich angekündigten Übernahme des Softwarehauses Connectix durch Microsoft (Computerwoche online berichtete). Connectix entwickelt unter anderem eine Virtualisierungssoftware, die es beispielsweise ermöglicht, einen Windows-Server in mehrere logische Maschinen zu unterteilen. Sobald die Virtualisierungstechnik verfügbar sei, werde man über Änderungen des Lizenzmodells für Windows 2000 diskutieren, erläuterte LaBrunerie. (wh)