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Micrologica geht "back to the roots"

20.06.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die am Neuen Markt notierte Micrologica AG, Bargteheide, hat ein Sanierungskonzept vorgestellt, um das Unternehmen wieder profitabel zu machen. Nach dem missglückten Ausflug ins CRM-Projektgeschäft (Customer Relationship Management) will sich der Anbieter nun wieder verstärkt seinem Kerngeschäft CTI (Computer Telecommunications Integration = Call-Center-Lösungen) widmen. Um trotzdem als Komplettanbieter agieren zu können, will Micrologica den Partnervertrieb (etwa mit Oracle, Applix oder Philips) ausbauen.

Im Zuge der Restrukturierung entlässt das Unternehmen bis zum Ende des Sommers rund zehn Prozent seiner Belegschaft. Betroffen sind alle Geschäftstellen. Nach Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Andreas von Arnim handelt es sich dabei im wesentlichen um "Überkapazitäten, die im letzten Jahr aufgebaut wurden". Gleichzeitig wurde die Chefetage neu besetzt. Mit Kilian Krieger hat das Unternehmen erstmals einen Finanzvorstand. Von Arnim übernimmt zusätzlich die Bereiche Marketing und Vertrieb; der bisher Verantwortliche Werner Penk verlässt das Unternehmen. Forschung und Entwicklung verantwortet weiterhin Michael Seidel.

In einem weiteren Schritt wird Micrologica prüfen, ob sich einzelne Unternehmensbereiche als Tochtergesellschaften oder eigenständige Unternehmen ausgründen lassen. Zur Hauptversammlung in einer Woche sollen bereits konkrete Entscheidungen vorliegen. Die Umsatzerwartung für das Jahr 2000 hat man deutlich nach unten korrigiert. "Wir hoffen, dass wir bald wieder mit dem Markt um 25 Prozent wachsen können", erklärte Finanzvorstand Krieger. Anfang des Jahres hatte Micrologica noch von 50 Prozent Umsatzwachstum geträumt.