Jetzt offiziell

Michael Dell und Silver Lake kaufen Dell von der Börse

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Die Gerüchte der letzten Wochen haben sich bestätigt: Firmengründer Michael Dell kauft zusammen mit Silver Lake Partners Dell von der Börse.
Die Zentrale von Dell in Round Rock, Texas - da soll sie auch bleiben.
Die Zentrale von Dell in Round Rock, Texas - da soll sie auch bleiben.
Foto: Dell

Dabei sollen die Aktionäre von Dell für jeden Anteilschein 13,65 Dollar in bar erhalten; die Transaktion kommt damit einer Mitteilung von Dell zufolge insgesamt auf ein Volumen von 24,4 Milliarden Dollar. Der Preis liegt um ein Premium von 25 Prozent über dem Dell-Schlusskurs von 10,88 Dollar am 11. Januar, dem letzten Handelstag vor dem Durchsickern der Gerüchte über eine mögliche Reprivatisierung. Für die Anteile von Michael Dell und "bestimmten anderen Mitgliedern des Managements" gibt es indes kein Bares von den Käufern.

Ab sofort läuft eine sogenannte "Go-shop"-Frist von 45 Tagen, innerhalb derer andere Interessenten den Dell-Aktionären ein noch höheres Kaufangebot machen könnten. Dass es dazu kommt, erscheint eher unwahrscheinlich.

Michael Dell, der aktuell rund 14 Prozent der Dell-Anteile persönlich hält, soll auch nach Abschluss der Übernahme in Personalunion CEO und Chairman bleiben. Er will nicht nur seine Aktien, sondern darüber hinaus auch eine zusätzliche "substanzielle" Barinvestition in die neue Dell stecken. Er stehe voll hinter dem Vorhaben und setze dafür auch einen Gutteil des eigenen Vermögens aufs Spiel, erklärte der Firmengründer.

Michael Dell will seien Firma ohne Rücksicht auf die Aktionäre radikaler umbauen können.
Michael Dell will seien Firma ohne Rücksicht auf die Aktionäre radikaler umbauen können.
Foto: Dell

"Ich glaube, dass wir mit der Transaktion ein spannendes neues Kapitel für Dell, unsere Kunden und unsere Teammitglieder aufschlagen", so Michael Dell weiter. "Wir können sofort Wert an unsere Aktionäre liefern und gleichzeitig unsere langfristige Strategie weiterverfolgen und uns als privates Unternehmen auf Best-in-Class-Lösungen für unsere Kunden fokussieren. Dell hat dabei in den vergangenen vier Jahren schon große Fortschritte gemacht, aber das wird noch mehr Zeit, Geld und Geduld kosten. Und Silver Lake wird und dabei mit unserer gemeinsamen Vision besser unterstützen können, denke ich."

Finanziert werden soll die geplante Übernahme mit Bargeld aus Investment-Fonds aus dem Silver-Lake-Umfeld, Cash vom Dell-Verögensverwalter MSD Capital, einem Kredit von Microsoft über zwei Milliarden Dollar sowie Krediten von verschiedenen Banken.

Die Aufsichtsbehörden und Dell-Aktionäre müssen dem Geschäft noch zustimmen. Vorbehaltlich weiterer aufschiebender Bedingungen könnte es im zweiten Quartal des Dell-Geschäfsjahres 2014 abgeschlossen werden.