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Michael Dell lässt HP-Compaq-Fusion kalt

09.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Michael Dell zeigt sich in keinster Weise besorgt über die Fusion seiner beiden Rivalen Hewlett-Packard und Compaq. Im Gegenteil: Der Mitbegründer und CEO von Dell Computer verkündete auf der diesjährigen European Technology Roundtable Exhibition (Etre) in Rom, das Merger schaffe für sein Unternehmen mehr Möglichkeiten als Herausforderungen. Die Zahlen sprechen für ihn: Während Compaq, HP und andere Firmen der Branche in der vergangenen Woche Umsatz- und Gewinnwarnungen herausgaben, bekräftigte der Firmenchef seine bisherige Prognose für das dritte Quartal (Computerwoche online berichtete). Daher sehe Dell auch keinen Grund für eine Strategieänderung. Wir haben lange Zeit unserer

Konkurrenz einen Kunden nach dem anderen abgejagt und es war eine gute Strategie, erklärte er. Da nun HP- und Compaq-Kunden zu ihnen wechseln, mache er sich auch nicht auf die Suche nach Akquisitionsmöglichkeiten. So habe sein Unternehmen allein in den letzten zwei Wochen 26 neue Kunden geworben, die für 270 Millionen Dollar Umsatz gut seien. Außerdem sehe er derzeit keine Firma, die einen Kauf wert wäre.

Der Dell-Chef berichtete, die Einnahmen hätten innerhalb weniger Tage nach den Terroranschlägen wieder aufgeschlossen. Andererseits sei die Marktsituation in den USA für die kommenden Monaten alles andere als berauschend. Das Unternehmen erwartet daher für das vierte Quartal keine großartigen Ergebnisse. Allerdings konnte Dell seinen Marktanteil selbst während des Rückgangs der Geschäfte steigern. Sollte trotzdem die Nachfrage in den USA nachlassen, könne man immer noch in Europa Land gewinnen. Laut Unternehmenszahlen ist Dell derzeit in acht von sechzehn westeuropäischen Märkten Marktführer oder Zweiter im Bereich Server und Speicherinfrastruktur.

Andererseits rechnet der CEO damit, dass sich der US-Markt in Kürze wieder erholt: In einer Konjunkturflaute schieben die Kunden ihre Ausgaben um drei, sechs oder sogar neun Monate, erläuterte Dell. Er glaube jedoch nicht, dass viele Unternehmen ihre geplanten Investitionen für immer aussetzen.