Metro peppt sein RFID-System auf

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Neue TAP-Devices sollen helfen, das Bestands-Management zu verbessern.
Auch Angela Merkel zeigte – auf der CeBIT 2006 – Interesse an der RFID-Technik der Metro Group.
Auch Angela Merkel zeigte – auf der CeBIT 2006 – Interesse an der RFID-Technik der Metro Group.

Als Pionier auf dem Gebiet der Radio Frequency Identification (RFID) steht es der Metro Group wohl an, auch eine noch wenig erprobte Technik einzuführen. Um sein bereits weit gespanntes RFID-Netz effizienter zu machen, plant der in Düsseldorf heimische Handelsriese, die TAP-Devices (Tag Acquisition Processor) des 2004 gegründeten Anbieters Reva Systems aus Chelmsford, Massachussetts, zu nutzen.

Reva selbst bezeichnet den TAP als "intelligente" RFID-Device zur Echtzeitüberwachung von Lesegeräten und Sensoren im Rahmen von Anwendungen, die RFID-Daten auswerten. Er werde individuell eingerichtet, um einen bestimmten Zweck zu verfolgen ("purpose-built"), und lasse sich an unterschiedliche vertikale Märkte anpassen. Neben einer Management-Konsole für die Konfiguration von RFID-Systemen bietet sie er "nahtlose" Integration mit den Unternehmensanwendungen.

Wie ein Metro-Sprecher erläutert, klinken sich die TAP-Devices – beispielsweise via Ethernet – in das RFID-Netz ein und sammeln gezielt die Daten der darin eingeschlossenen RFID-Lesegeräte. Dabei würden die nicht benötigten Informationen herausgefiltert und nur diejenigen auf die Ebene der Business-Applikationen weitergeleitet, die im Einzelfall als relevant definiert worden seien.(Aktuelles zum RFID-Projekt der Metro unter: "Nach dem Hype kommt der Frust").

Ab Oktober in 200 Märkten

Die TAP-Systeme sollen an den Wareneingängen der Metro-Stores zum Einsatz kommen, wo sie dann kontrollieren, ob die bestellten Waren korrekt und vollständig geliefert wurden. Auf diese Weise will der Handelskonzern sein Bestands-Management verbessern und die Verfügbarkeit schnell drehender Produkte erhöhen. Das System wird voraussichtlich Anfang Oktober in zunächst 200 Verkaufsstellen unterschiedlicher Metro-Marken in den Echtbetrieb gehen.

Laut Reva Systems legte Metro bei seiner Investitionsentscheidung besonderen Wert darauf, dass die Technik den EPCglobal-Standards entspricht. Selbstverständlich arbeiteten die TAP-Devices mit Funkchips der "zweiten Generation". (qua)