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Metricom beantragt Gläubigerschutz

03.07.2001
Metricom, US-Pionier drahtloser Internet-Zugänge ("Ricochet"), hat Gläubigerschutz nach Paragraph elf des amerikanischen Konkursrechts beantragt. Chief Restructuring Officer Kevin Dowd soll die Company wieder auf Kurs bringen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die US-Konjunkturflaute fordert erneut ein Opfer: Metricom, Pionier schneller drahtloser Internet-Zugänge ("Ricochet"), hat Gläubigerschutz gemäß Paragraph elf des amerikanischen Konkursrechts beantragt. Im vergangenen März hatte Metricom bereits die Entlassung von 179 Mitarbeitern oder 22 Prozent der Belegschaft bekannt gegeben. Im vergangenen Monat verloren weitere 23 Prozent der Angestellten ihren Job, zurzeit hat die Company noch rund 450 Mitarbeiter.

Interims-CEO (Chief Executive Officer) Ralph Derrickson erklärte, Metricom habe aufgrund der "deprimierten" Situation der Finanzmärkte dringend benötigtes neues Kapital nicht auftreiben können. "Obwohl sicher viele Herausforderungen vor uns liegen, halten wir die Zukunftsaussichten für unsere einzigartige Technik weiterhin für sehr gut", so Derrickson. Zu den bisherigen Geldgebern von Metricom gehören Vulcan Ventures (= Paul Allen) und Worldcom, die 1999 jeweils 300 Millionen Dollar investiert hatten.

Metricom hat Kevin Dowd auf den neu geschaffenen Posten des Chief Restructuring Officer berufen. Gemeinsam mit verschiedenen Beratungsfirmen soll er versuchen, das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Der operative Betrieb des Ricochet-Service wird bis auf weiteres fortgeführt. Mit dem drahtlosen Modem kann man sich in zurzeit 15 US-Städten mit 128 Kbit/s (entspricht ISDN mit Kanalbündelung) ins Netz einwählen.