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Metaram will Speicherkapazität vervierfachen

25.02.2008
Von Handelsblatt 
Der Chiphersteller Metaram will mit neuer Technik die Speicherkapazität von Servern und Workstations vervierfachen. Hinter dem Unternehmen steckt AMDs ehemaliger Chefentwickler Fred Weber.

BERLIN. Der neue MetaSDRAM-Chip fasst vier einzelne Prozessoren mit je 1 GBit Kapazität zu einem virtuellen Chip mit 4 GBit zusammen. Dabei sitzt er zwischen Speicher und CPU und sorgt dafür, dass die vier Speicherchips aus Sicht des Prozessors wie ein einzelner Chip mit vierfacher Kapazität erscheinen. So lässt sich die Speicherkapazität vervierfachen, ohne dass dabei Änderungen an der Hard- oder Software notwendig sind.

Rund 50 Patente hat Metaram im Zuge der Entwicklung seiner Technik beantragt. Ausgelegt ist Metaram sowohl für Systeme auf Basis von AMDs Opteron-Prozessor als auch Systeme mit Intels Xeon-Prozessoren. Entsprechende Server- und Workstations sollen sich so zu vergleichsweise günstigen Preisen mit deutlich mehr Speicher bestücken lassen, was insbesondere angesichts einer steigenden Zahl an CPU-Kernen und der zunehmenden Nutzung von Virtualisierungslösungen immer wichtiger wird.

Metaram stellt die Chips dabei nicht selbst her, sondern lizenziert seine Technik an andere Hersteller. Hynix bietet bereits erste Muster mit 8 GByte Kapazität an, ebenso Smart Modular, dessen 8-GByte-Muster (PC2-4200) für rund 1 500 US-Dollar zu haben sein sollen. Erste Systeme sollen von Appro, Colfax, Rackable Systems und Verari Systems noch im ersten Quartal 2008 auf den Markt kommen.

Mit Fred Weber steckt hinter Metaram ein prominenter Kopf: Der einstige Chefentwickler von AMD galt in seiner Zeit bei dem Prozessorhersteller als eine der Triebfedern der Prozessorszene und entwickelt die 64-Bit-Architektur der heutigen Athlon- und Opteron-Prozessoren. 2005 verließ Weber AMD, um eine eigene Firma aufzubauen: MetaRAM. Nach seiner Ansicht bringt Metaram die Speicherentwicklung um zwei bis vier Jahre voran.